Mittwoch, 01. September 2004

Leitvers

So wohnte Mefi-Boschet in Jerusalem,
denn er aß beständig am Tisch des Königs.
Er war aber gelähmt an beiden Füßen.

2. Samuel 9,13

Euthanasie

Euthanasie

Es ist schon ein merkwürdiges Zusammentreffen, dass Hitler am eben dem Tag, an dem er den Zweiten Weltkrieg begann, den Befehl gab, die in Pflegeheimen untergebrachten Kranken zu ermorden. Dieses »Euthanasie-Programm« war so etwas wie eine zweite Kriegserklärung, die sich gegen Menschen in Deutschland richtete. Es waren Menschen, die nicht als Gesunde geboren worden waren und deshalb ihr Leben in Pflegeheimen zubringen mussten.
Schon früh hatte sich der Nationalsozialismus als die Ideologie des Gesunden, des Starken gegen das Kranke, das Schwache, präsentiert. Der blonde, blauäugige Germane wurde zum Leitbild. Menschenzüchtung war angesagt, und da konnte man keine »Erbkranken« gebrauchen. Jetzt wurde mit der Evolutionsbiologie in einer Weise Ernst gemacht, wie man es nicht für möglich gehalten hätte. Wenn der Mensch nur Produkt der Evolution ist, so der Grundgedanke, warum soll man ihn dann nicht züchten? Warum soll man die Exemplare, die den eigenen Maßstäben nicht entsprechen, nicht vernichten? Das ist die abgründige Logik, die hier zum Zuge kommt. Von hier ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zur Vergasung »minderwertiger Rassen«, wie es wenig später in Auschwitz passierte.
Die NS-Zeit ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, welche moralischen Dämme brechen, wenn das Bewusstsein, dass jeder Mensch ein Geschöpf Gottes ist, verloren geht. Der König David schämte sich nicht, einen Krüppel an seiner Tafel sitzen zu haben. Jesus wandte sich mit besonderer Liebe denen zu, die auf der Schattenseite des Lebens ihren Platz hatten. Vor Gott sind sie genau so wertvoll wie jeder Gesunde. Das sollten wir nicht vergessen.

Karl-Otto Herhaus


Frage
Wissen Sie, dass heute sehr viele »Lebensunwerte« schon vor der Geburt beseitigt werden?
Tipp
Gottes Maßstäbe haben sich nicht verändert.
Bibellese
2. Samuel 9,1-13

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