Mittwoch, 03. Februar 2027

Leitvers

Denkst du aber dies, Mensch, der du die richtest, die so etwas tun, und dasselbe verübst, dass du dem Gericht Gottes entfliehen wirst?
Römer 2,3

Zeitzeichen

Tod des »Blutrichters« Roland Freisler

Im August 1942 wird Roland Freisler Präsident des Volksgerichtshofs. Fanatisch führt er seine Verhandlungen und erniedrigt dabei oftmals die Angeklagten. In seinem Senat werden die meisten Todesurteile verhängt: 90 Prozent seiner Verfahren enden mit der Todesstrafe oder lebenslanger Haft. So gilt er in der Öffentlichkeit als »Blutrichter«. Die am Stauffenberg-Attentat beteiligten Widerstandskämpfer und auch Hans und Sophie Scholl (Widerstandsgruppe »Weiße Rose«) werden von Freisler zum Tod verurteilt. Zuvor bei der Wannsee-Konferenz im Januar 1942 vertritt er als Staatssekretär das Reichsjustizministerium und ist somit maßgeblich für die Organisation des Holocaust verantwortlich. Am 3. Februar 1945 kommt er bei einem Luftangriff in Berlin ums Leben. Ein von der Straße herbeigerufener Arzt stellt seinen Tod fest; es ist ausgerechnet der Bruder von Rüdiger Schleicher, einem Widerstandskämpfer, den Freisler am Tag zuvor noch zum Tod verurteilt hat.

Mit welchen Gefühlen mag dieser Arzt dem gnadenlosen Blutrichter gegenübergetreten sein, den nun selbst so unerwartet der Tod ereilt hat! Ein höheres Gericht, als er es jemals hätte vertreten können, hatte das Urteil über diesen Menschen gesprochen. So wurde wenigstens punktuell deutlich, dass es angesichts des schreienden Unrechts in dieser Welt eine ausgleichende Gerechtigkeit geben wird. Manchmal schon hier auf der Erde, ganz sicher aber dann in der Ewigkeit, wenn jeder vor Gott treten und Rechenschaft für sein Tun abgeben muss. Alle, die ihr Leben hier und jetzt nicht mit Gott in Ordnung gebracht, ihm ihre Schuld nicht bekannt und seine Vergebung nicht in Anspruch genommen haben, können dann weder mit einem Fürsprecher noch mit einem Freispruch rechnen.


Joachim Pletsch
Frage

Wie oft haben Sie schon ein vernichtendes Urteil über einen Ihrer Mitmenschen gefällt?

Tipp

Mit jedem Urteil über andere klagen wir uns nur selbst an, denn keiner von uns ist ohne Schuld vor Gott.

Bibellese
Römer 2,1-16

Mit Autor/in Kontakt aufnehmen

Kontakt

Nehmen Sie direkt mit dem Autor/der Autorin Kontakt auf.

Mit Absenden des Formulars wird der Verarbeitung der Daten gemäß der Datenschutzerklärung zugestimmt.