Mittwoch, 04. Februar 2009

Leitvers

Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen.
1. Mose 1,26

Geschaffen, um über die Erde zu herrschen

Geschaffen, um über die Erde zu herrschen

»Der Himmel gehört dem HERRN allein, doch die Erde hat er den Menschen gegeben«, heißt es in Psalm 115,16. Das ist ein großzügiges Geschenk, nicht wahr? Aber auch eines, das Verantwortung bedeutet.
Als Gott Adam erschuf, ließ er alle Tiere an ihm vorbeimarschieren. Adams Aufgabe war, allen - vom Mammut bis zum Mistkäfer - Namen zu geben. Was heißt das, wenn der Mensch einem Wesen nach dem anderen Namen gibt? »Kuh ist dein Name; und du heißt ab heute ein Pferd« usw.
Im Alten Testament gibt es interessante Beispiele für die Wichtigkeit der Namensgebung. Wenn ein Eroberer ein Gebiet einnahm, dann kam es vor, dass er den ursprünglichen König zwar an der Regierung ließ, ihn aber umbenannte. Das sollte heißen: Ab heute ist es meine Sache, über dich zu bestimmen. Namensgebung ist also im Alten Testament Herrenrecht.
»Sie sollen über die Erde herrschen« (1. Mose 2,26.28) – das klingt nach Ausbeutung, doch hier ist etwas anderes gemeint. Friedrich der Große war der erste Mann im Staat; aber er sprach von sich als dem »ersten Diener seines Staates«. Er war Herrscher und Diener zugleich. Im Herrschen, das die Bibel meint, steckt der Aspekt des Versorgens und Schützens. Wenn wir meinen, sinnlos CO2 in die Atmosphäre blasen zu können und aus Geldgier Raubbau an der Natur treiben zu müssen, verhalten wir uns keinesfalls so, wie es unser Tagesspruch meint. Als Gott Adam in den Garten Eden setzte, sollte er ihn bebauen und bewahren (1. Mose 2,15). Wir Menschen dürfen von der Schöpfung profitieren - sie also bebauen - und haben die Verantwortung dafür - wir sollen sie bewahren.

Markus Wäsch


Frage
Wo konkret zeigt sich Ihre Verantwortung der Schöpfung gegenüber?
Tipp
Ein Ausbeuter ist ein schlechter »Herrscher«.
Bibellese
Hesekiel 34,1-10

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