Montag, 04. Juni 2018

Leitvers

Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.
Psalm 90,10

Unsere tägliche Zeit

Unsere tägliche Zeit

Mein Sohn war etwa fünf Jahre alt, als er eines Tages auf der Bettkante saß und vor sich hinstarrte. Meine Frau fragte ihn, was er da mache. Er antwortete: »Ich warte, dass die Zeit vergeht.« So kommt es Kindern vor, als hätten sie endlos Zeit. Aber je älter man wird, umso mehr muss man mit unserem Tagesvers bekennen: »Unser Leben fährt schnell dahin, als flögen wir davon.«
Gerade die Zeit ist das kostbare Gut, an dem wir lernen können, dass wir nichts dauerhaft festhalten können. Sie läuft uns unaufhaltsam, wie Wasser, durch die Hände. So werden wir alle anderen Güter auch einmal loslassen müssen, und für alle diese uns verliehenen Güter müssen wir einmal Rechenschaft abgeben.
Wie gehen wir mit unserer Zeit um? Im Internet ist nachzulesen, dass im Jahr 2015 alle Deutschen durchschnittlich fast vier Stunden täglich ferngesehen haben. Das sind mehr als 1450 Stunden im Jahr. Was hätten wir in 1450 Stunden alles machen können – für uns selbst, für unsere Lieben, für Bedürftige, für die Umwelt – für Gott! Wir hätten zum Beispiel in dieser Zeit mehr als 20-mal die ganze Bibel durchlesen können. Wir hätten uns unserem Ehepartner täglich vier Stunden widmen können, wir hätten mit unseren Kindern zusammen vier Stunden lang spielen und ihnen bei der Erkundung ihrer Umwelt ein guter Kamerad sein können. Wir hätten vier Stunden den überlasteten Sozialdiensten kostenlos helfen können. Wenn wir fromme Leute sind, hätten wir täglich vier Stunden etwas für die Ausbreitung der Guten Botschaft tun können. Ja, und was ist aus allem geworden?
Heute ist noch ein guter Tag, um sachgerecht mit unserer Lebenszeit umgehen zu lernen.

Hermann Grabe
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Frage
Welche Freude könnten Sie Ihrer Familie jetzt machen, nachdem Sie den Apparat ausgeschaltet haben?
Tipp
Wer gar nicht fernsieht, hat leider noch genügend andere Möglichkeiten, seine Zeit zu vergeuden.
Bibellese
Lukas 12,35-48

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