Freitag, 05. Dezember 2008

Leitvers

Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen, und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir ...
Lukas 15,18

Lust und Last des Erinnerns

Lust und Last des Erinnerns

Von dem Dichter Jean Paul stammt der Satz, dass das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können, die Erinnerung sei. Etwas Wahres ist daran. Was wir an Gutem im Lauf der Zeit erlebt haben, erfreut und belebt uns, wenn wir uns daran erinnern. Aber wie alles im Leben, hat das Erinnern auch seine dunkle Seite. Ich las vor einiger Zeit, dass es in den Nachfolgestaaten der ehemals kommunistischen Länder üblich ist, sich in hemmungsloser Weise mit der Planung der Zukunft zu befassen. Wie vorher Deutschland und andere Länder versuchen jetzt Osteuropa und China die moralischen Lasten der Vergangenheit auf diese Weise loszuwerden. Irgendwann aber werden sie merken, dass man der Vergangenheit nicht entkommt.
Wenn das bei ganzen Völkern zu beobachten ist, wie viel mehr beim einzelnen Menschen. Gibt es überhaupt jemanden, dem nichts Peinliches oder Schamvolles aus seiner Vergangenheit einfällt? Um dem zu entgehen, fangen viele Menschen an, solche Erinnerungen zu verdrängen. Doch kann man sich so nicht von den Lasten der Vergangenheit befreien. Was der Mensch braucht, ist etwas anderes: er braucht Vergebung. Vergebung ist keine Verdrängung und auch keine modische »Verarbeitung« der Schuld. Wenn etwas vergeben wird, gibt es stets eine Person, die vergibt. Das ist sehr oft der Mensch, dem eben Schlimmes angetan wurde. Doch alles wirkliche und umfassende Vergeben geht aber von Gott aus. Es ist sein freies Gnadengeschenk, das er in Jesus Christus dem Menschen anbietet. Um Vergebung müssen wir jedoch ernsthaft bitten. Aber dann wird Gott sie uns nicht vorenthalten, so dass wir Befreiung von unserer Schuld erfahren.

Karl-Otto Herhaus


Frage
Warum fällt den meisten Menschen die Bitte um Vergebung so schwer?
Tipp
Gott kennt uns sowieso. Da brauchten wir eigentlich keine Angst zu haben.
Bibellese
Lukas 15,11-24

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