Donnerstag, 06. April 2000

Leitvers

... er aber schrie um so mehr.
Lukas 18,39

Kannst du denn nicht lauter schreien?

Kannst du denn nicht lauter schreien?

So fragt in einer Kalendergeschichte Brechts ein Mann einen still vor sich hinweinenden Jungen, dem ein anderer einen von zwei Groschen gestohlen hatte. Der Junge schüttelt verneinend den Kopf, darauf nimmt ihm der Mann auch noch den zweiten Groschen; eine erbarmungslos eindringliche Lehre! - Der obige Bibelvers stammt aus einer Geschichte, in der ein Blinder gehört hat, dass Jesus vorbeikommt. Auch er beginnt zu schreien: »Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!« Das aber stört die Menschen am Straßenrand, die Jesus voraneilen, statt ihm nachzufolgen. Sie fordern ihn auf, gefälligst den Mund zu halten und die Stimmung nicht zu stören. »Er aber schrie um so mehr«, heißt es dann. Und Jesus wendet sich ihm zu. Er weiß, da ist einer, der randaliert nicht, weil es ihm Spaß macht. Der wünscht sich intakte Augen, und darüber hinaus eine heilbringende Begegnung mit ihm. Der Blinde seinerseits weiß: Wenn dieser Jesus hier vorbeikommt, dann ist das meine Chance, sehend zu werden. Wenn ich diese Chance nicht wahrnehme, kann mir nichts mehr helfen, jetzt oder nie. Er weiß, die Verantwortung für sein Heil kann ihm niemand abnehmen. Deshalb lässt er sich das Schreien auch von niemandem verbieten. Er ist das genaue Gegenteil des hilflosen Knaben, den Brecht darstellt. Je mehr die Leute dem Blinden den Mund verbieten, desto lauter schreit er. Das gefällt Jesus, er wendet sich ihm zu, macht ihn sehend und schenkt ihm ewiges Leben.
Rettung ist da für alle, die wirklich gerettet werden wollen, damals wie heute.

Karl-Otto Herhaus


Frage
Wie viel ist mir Jesu Hilfe wert?
Tipp
Schreien - bis er hört!
Bibellese
Johannes 17,1-5

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