Montag, 07. Januar 2013

Leitvers

Wehe mir wegen meines Schadens! Wie tut mir meine Wunde so weh! Doch ich dachte: Sicherlich ist das mein Leiden; ich will es auch tragen.
Jeremia 10,19

Christsein / Nachfolge

Ein Ja zu Begrenzungen

Der traurige Schriftsteller Jochen Klepper (1903-1942), der dennoch sein Leben lang bei Gott Trost fand, dichtete:
Alle Grenzen meiner Tage / biege, Gott, in deinen Kreis,
dass ich nur noch Worte sage, / die ich von dir kommen weiß.
Begrenzungen - Klepper kannte sie. Er musste unsägliche Nachteile unter den Nazis hinnehmen: Entlassung aus der Rundfunk-Redaktion, Ausschluss aus der Schriftsteller-Vereinigung, Publikations-Verbote, Verfolgung seiner jüdischen Frau Hanni. Kleiner und kleiner wurde sein Wirkungskreis, mehr und mehr wurde Klepper der Mund verboten, enger und enger zog sich die Schlinge um sein privates Glück.
Dennoch schrieb er hinreißende Gedichte der Hoffnung. Auf alle Einschränkung und Kränkung reagierte er nicht bitter, sondern schrieb unter einem Pseudonym im Stillen weiter - zur Ehre Gottes. Er ließ sich nicht von den Machthabern verbiegen, sondern beugte sich demütig unter den Allmächtigen. Und Gott konnte aus seinem »verbogenen« Leben - aus der geknickten Karriere einen »unverwelklichen Ehrenkranz« flechten. Seine Gedichte fanden schon zur Nazi-Zeit weite Verbreitung und gaben vielen Trost und Halt.
Noch heute sind mehrere Texte Jochen Kleppers im Kirchengesangbuch zu finden. In den folgenden Liedzeilen kommt sein Umgang mit schmerzlichen Rückschlägen und harten Wegen wunderbar zum Ausdruck:
Nun sich das Herz in alles findet / was ihm an Schwerem auferlegt.
Komm, Heiland, der uns mild verbindet / die Wunden heilt, uns trägt und pflegt.
Nun sich das Herz zu dir erhoben / und nur von dir gehalten weiß.
Bleib bei uns Vater. Und zum Loben / wird unser Klagen. Dir sei Preis. Andreas Fett
Frage
Hängen nicht vielleicht auch heute noch »Begrenzung« und »Bekränzung« eng zusammen?
Tipp
Bitten Sie Gott, alles Zu-Kurz-Kommen einzuflechten in seine unbegrenzten Möglichkeiten.
Bibellese
1. Mose 50,18-21

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