
Lass dein Brot über das Wasser fahren; denn du wirst es finden nach langer Zeit.
Prediger 11,1

Es war Nachkriegszeit, und das Brot war rationiert. Doch glücklicherweise saß mein Schulkamerad Heinrich neben mir. Als Bauernsohn versorgte er mich immer wieder mit leckeren Butterbroten. Das ist wohl auch der Grund, warum Heinrich mir nach über 60 Jahren als einziger Mitschüler aus der Lüchower Klasse in Erinnerung geblieben ist. So fuhr ich im Juli 2010 mit unserer Tochter in die Gegend von Lüchow, um ihr die Stätten meiner Kindheit zu zeigen. Auch Heinrich suchten wir auf.
Knapp zwei Jahre später kam der überraschende Anruf von Heinrichs Frau, ihr Mann liege auf der Intensivstation. Am 10. März 2012 besuchten wir ihn. Dabei kamen wir auch auf das Sterben zu sprechen. »Heinrich, weißt du, wohin du dann gehst?«, fragte ich ihn. Etwas schwerfällig antwortete er: »Nein!« - »Heinrich, willst du es wissen?« - »Ja, ich will!« So kurz wie möglich erklärte ich ihm das Evangelium der Rettung: Jesus war für ihn gestorben und auferstanden. Er hat für alle Sünden bezahlt. Jeder - auch Heinrich - kann deshalb die Vergebung annehmen und frei werden. Heinrich konnte das alles akzeptieren, und so beteten wir zusammen zu Gott. Als ich ihn danach fragte: »Heinrich, bist du gewiss, dass du nach dem Tod in den Himmel kommst?«, konnte er das mit einem deutlichen »Ja!« beantworten.
Am 20. März, also nur zehn Tage nach unserem Besuch, wurde Heinrich in die Ewigkeit abberufen. Er hatte also gerade noch rechtzeitig den entscheidenden Schritt getan und sich Gott zugewandt. Sozusagen Rettung in letzter Minute! Der oben stehende Bibelvers gewann dadurch eine neue Bedeutung für mich: Da gibt ein Schuljunge vor über 60 Jahren Brot an seinen hungrigen Mitschüler weiter, und dieser überbringt ihm nach sehr langer Zeit das »Brot des Lebens« - die Botschaft von Jesus Christus.

Haben Sie schon Ihren Hunger gestillt und das »Brot des Lebens« angenommen?

Es ist nicht immer so dramatisch, aber jeder von uns wird einmal sterben und sollte deshalb seine Zukunft klären.
