Dienstag, 11. Mai 1999

Leitvers
Er gibt dem Müden Kraft
und dem Ohnmächtigen mehrt er die Stärke.

Jesaja 40,29

»Ich habe keine Kraft mehr!«

»Ich habe keine Kraft mehr!«

Manchmal hören wir diesen Ausspruch. Vor allem wenn wir älter werden, empfinden wir sehr nachhaltig, dass unser Elan nachlässt und wir Mühe haben, das, was wir uns vornehmen, zu erledigen. Negative Erfahrungen verstärken solche Empfindungen übermächtig.
Da ist ein leitender Mitarbeiter, der über Jahre seinem Arbeitgeber treu und erfolgreich gedient hat. In einer Besprechung hat er Verbesserungen vorgeschlagen. Sein wesentlich jüngerer Vorgesetzter hat seinen Vortrag zerpflückt und schließlich bemerkt, solche Vorstellungen könne nur ein »Auslaufmodell« bringen, heute müsse man wesentlich aggressiver vorgehen. Wie leicht kann es in solchen und ähnlichen Umständen dahin kommen, dass wir müde resignieren.
Wir meinen vielleicht, nur wenn dieses oder jenes sich änderte, könnten wir freudig und mit neuer Energie weitermachen. Das ist ein Trugschluss. Kraft für alle Tage unseres Lebens kommt nicht aus der Veränderung unserer Umstände, sondern allein von Gott. Er hat allen, die sich an ihn wenden, eindeutige Zusagen gegeben. Allerdings gelten diese denen nicht, die meinen, sich selbst wie Münchhausen am Schopf aus dem Sumpf ziehen zu können.
Nur wer seine eigene Kraftlosigkeit und Ohnmacht vor Gott erkennt und ihn um Hilfe anruft, wird das frohmachende Erleben haben, dass ihm echte Kraft zuwächst, nämlich die Kraft, die von Gott kommt. Er kennt unsere persönliche Situation und will, dass wir weder in Selbstmitleid versinken, noch uns selbst zu wichtig nehmen. Und für den Rest wird er uns Kraft schenken.

Günther Kausemann


Frage
Geht es uns wirklich nur darum, »treu erfunden« zu werden?
Tipp
Denken Sie an das Wort: »Ihr dient dem Herrn Christus« (Kolosser 3,24)!
Bibellese
Philipper 1,12-18a

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