
Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen.
Römer 1,16

Manchmal rutscht mir eine Frage oder eine Bemerkung heraus, die ich eigentlich gar nicht so meine - und doch verletzt sie den anderen. Wenn ich dann die Irritation oder den Unmut bei dem anderen wahrnehme, dann ist mir das sehr unangenehm. Es ist mir peinlich, und ich verspüre Scham über meinen Lapsus. Gott sei Dank kann man das meistens direkt wieder bereinigen.
Es gibt natürlich weitaus ernstere Dinge, die Scham verursachen (sollten). Es gibt Fehler in meinem Leben, die ich sehr bereue, und für die ich mich - zu Recht - schäme. Und ich bin froh, dass man mir nicht jeden Gedanken an der Stirn ablesen kann.
Doch im Tagesvers schreibt der Apostel Paulus, dass er sich nicht schämt - und zwar »des Evangeliums«. Warum sollte er das auch tun? Sicherlich, bei dem Gedanken an den Jesus Christus am Kreuz, der für die Sünden der Menschen gestorben sein soll, schütteln viele den Kopf. Paulus erlebte wegen des Evangeliums, das er verkündete, Spott, Ablehnung und sogar Feindschaft und Gewalt. Aber das war es ihm wert. Denn dieses Evangelium von Jesus Christus ist keine Menschenidee, sondern es kommt von Gott. Und es hat für alle Menschen, »Juden ... als auch ... Griechen«, ein immenses Potenzial: Es ist die Kraft Gottes zum Heil. Das bedeutet: Wer das Evangelium von Jesus Christus, diese frohe Botschaft, hört und glaubt, der ist mit Gott im Reinen. Der hat Frieden mit Gott und ewiges Leben.
Was für eine unerschöpfliche Kraftquelle ist das für eine Seele, die von Scham über das eigene Leben gebeugt ist! Es hat die Kraft, die am Leben Verzweifelnden aufzurichten. Es kaschiert nicht nur unsere Schuld, es repariert nicht nur etwas an meinem kaputten Leben, sondern es macht wieder ganz heil.


