Freitag, 13. Dezember 2019

Leitvers

Du hast mein Elend angesehen, hast Kenntnis genommen von den Bedrängnissen meiner Seele.
Psalm 31,8

Weiß niemand, wie es mir wirklich geht?

Weiß niemand, wie es mir wirklich geht?

Jeder Kummer eines menschlichen Herzens ist für den Moment schlimm. Die Not, die Gefühle der Bedrängnis, den Kummer - das alles kennt nur die eigene Seele. Wie es uns wirklich geht, können andere Menschen meistens nicht ganz erfassen oder nachvollziehen, selbst wenn sie versuchen, uns mit Mitgefühl zu begegnen. Wer hat nicht auch schon auf Mitgefühl gehofft, aber es gab keines! Wir haben uns vielleicht jemandem anvertraut, und die Reaktion war etwa: So schlimm ist das auch wieder nicht! - Andererseits müssen wir wohl zugeben, dass wir selbst leicht denken: »So schlimm ist das auch wieder nicht!«, wenn andere uns erzählen, was sie bedrängt oder was ihnen Kummer bereitet.
Wer weiß, wie es mir geht? Wer fühlt mit? Gott kennt unsere Bedrängnis. Gott weiß, wie es mir wirklich geht! »Du hast Kenntnis genommen von den Bedrängnissen meiner Seele.« Davon ist der Schreiber des Psalms überzeugt. »Kenntnis genommen«? Man denkt vielleicht daran, wie Eltern das Zeugnis ihrer Kinder ansehen und unterschreiben. »Kenntnis genommen«: Datum, Unterschrift. Nein, Gott nimmt vielmehr Anteil an unserer Situation, unserer Not. »In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt«, heißt es an anderer Stelle in der Bibel. Falls niemand uns versteht, er fühlt wirklich mit, auch wenn es so aussieht, als müsste man manches alleine durchstehen. In Wirklichkeit sind wir aber nie allein. Manches kann man nur allein mit Gott ausmachen.
Die Begleiter Jesu im Garten Gethsemane schliefen, als Jesus in größter Not war. Er war allein mit Gott. Bedrängnisse sind eine Möglichkeit, Gott zu erfahren und eine neue Seite von ihm kennenzulernen; denn Gott kennt unsere Not, den Schmerz, den Kummer. Das kann uns ermutigen.

Manfred Herbst


Frage
Was tun Sie, wenn Sie sich unverstanden fühlen?
Tipp
Gott weiß, was Sie bedrängt und was Ihnen Kummer macht. Vertrauen Sie sich ihm an!
Bibellese
Jeremia 15,15-21

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