
Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
Johannes 11,25

Einen geliebten Menschen zu beerdigen ist immer traurig. Die Beerdigung meiner Oma ist mir eindrücklich in Erinnerung geblieben. Mein Opa saß - in hohem Alter und gezeichnet vom Krieg - mit nur einem Bein schon jahrelang im Rollstuhl. Nachdem der Sarg meiner Oma in die Erde gelassen worden war, nahmen die Trauergäste nach und nach am Grab Abschied. Auch mein Opa. Als alle damit fertig waren und es an der Zeit war aufzubrechen, fragte mein Vater meinen Opa, ob er ihn noch einmal ans Grab schieben sollte. Seine Antwort ist mir bis heute gut im Gedächtnis geblieben: »Nicht nach unten schauen, nach oben!«
Ja, es ist traurig, auf Beerdigungen Abschied nehmen zu müssen. Ja, es ist irgendwie unwirklich, in ein offenes Grab zu schauen. Vielleicht haben wir vor diesem Blick sogar Angst. Es scheint so unwirklich, dass auch wir einmal in einem Sarg liegen werden, beerdigt werden und Menschen an unserem Grab stehen und Abschied von uns nehmen werden.
Doch so schwer solch ein Abschied auch ist, Jesus Christus bietet uns eine Hoffnung an, die weit über den Tod hinausgeht. Wir müssen nicht dabei stehen bleiben, »nach unten« in das Grab zu schauen, sondern wir dürfen - trotz aller Trauer - »nach oben« schauen! Es gibt eine lebendige Hoffnung auf den Himmel. Jesus Christus selbst spricht davon, dass er die Auferstehung und das Leben ist und dass jeder, der an ihn glaubt, leben wird, auch wenn er stirbt. Deshalb dürfen wir mit Hoffnung und Zuversicht »nach oben« schauen. Mein Opa hatte diese Zuversicht und Vorfreude auf den Himmel. Er durfte Trost in Leiden und Trauer erleben - selbst angesichts des Todes. Auch ich darf heute leben und wissen: Meine Heimat ist der Himmel.

Was empfinden Sie angesichts eines offenen Grabes?

Eine Beerdigung kann ein guter Anlass sein, »nach oben« zu schauen.
