
Wer Antwort gibt, bevor er zuhört, ist dumm und macht sich lächerlich.
Sprüche 18,13

Der amerikanische Schauspieler Peter Falk (1927-2011) hätte heute seinen 100. Geburtstag gefeiert. Unvergessen ist er in seiner Rolle als Inspektor Columbo. Dieser war ein echtes Markenzeichen: der zerknitterte Trenchcoat, die Zigarre, das klapprige Peugeot-Cabrio, mit dem er am Tatort vorfuhr. All das hätte schon zum Kultstatus gereicht, wenn da nicht noch jener berühmte Satz gewesen wäre: »Nur noch eine Frage!« (im Original: »Just one more thing«). Mit diesem scheinbar harmlosen Satz brachte Columbo die Verdächtigen dazu, sich selbst zu entlarven. Er ließ sich Zeit, hörte zu und stellte eine letzte, gut platzierte Frage.
Auch in religiösen Fragen suchen wir nach der Wahrheit. Denn je nachdem, was wir für wahr halten, verändert sich auch unsere Lebensweise. Da kaum eine Weltanschauung auf den ersten Blick durchschaubar ist, helfen gut gestellte Fragen: »Was meinst du damit? Wie kommst du dazu? Gibt es vielleicht noch eine andere Erklärung?« Durch ein solches Nachhaken können wir die (eigenen) Denkvoraussetzungen entdecken und Widersprüche aufdecken.
Es ist äußerst hilfreich, wenn wir im Dialog bleiben und wenn dieser ruhig und freundlich geführt wird. Auch Columbo wurde nie laut oder aggressiv. Er fragte vielmehr sanft, fast schon entschuldigend. Das ist bereits ein biblisches Prinzip: »Dagegen ist die Weisheit von oben erst einmal rein, dann friedfertig, gütig und nachgiebig« (Jakobus 3,17). Zentral ist also die Frage: »Wie bist du zu diesem Schluss gekommen?« Sie geht respektvoll davon aus, dass der andere Gründe für seine Überzeugung hat und nicht bloß Gefühle äußert. Zugleich gibt sie die Möglichkeit, diese Gründe zu prüfen - und ebnet so den Weg für ein ehrliches Gespräch.

Welche letzte Frage könnte Ihnen helfen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen?

Jeder von uns ist aufgefordert, diese entscheidende Frage zu beantworten - just one more thing.
