
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
Psalm 8,5

Menschenverachtung ist eine Einstellung, die beinhaltet, den anderen gering zu schätzen. Menschenverachtende Methoden zeichnen sich dadurch aus, dass diese den anderen herabwürdigen, ihn zu einer Sache machen. Menschenverachtung spricht dem anderen seinen Wert ab. Wer andere verachtet, stellt sich selbst über seinen Mitmenschen. Doch Menschenverachtung ist nicht nur etwas für die Tyrannen dieser Welt, die andere bedenkenlos den eigenen Zielen opfern. Menschen zu verachten ist etwas, in das jeder selbst schnell hineinrutschen kann. Denn nur zu gern überheben wir uns, sehen in dem anderen gerade dessen Fehler und Schwächen - und achten ihn deswegen nicht. Und wer den anderen verachtet, gibt diesen auf. »Das wird eh nichts! Schau dir den doch mal an.«
Die einzig wirksame Antwort auf Menschenverachtung ist Liebe. Wer seinen Nächsten liebt, statt ihn zu verachten, wer sich in den Nächsten hineinversetzt und dessen Leiden zu seinen eigenen macht, wer dem anderen mit Wertschätzung begegnet, hat die Chance, aus dem anderen etwas zu machen. Doch wie soll das gelingen?
Beachtlich ist hier Gottes Vorbild. Gott hätte wirklich jeden Grund, uns Mitglieder einer schwachen, fehlerhaften, gottfeindlichen Menschheit zu verachten, uns selbst zu überlassen und letztlich aufzugeben. Doch das tut er nicht. »Gott selbst hat die Menschen nicht verachtet, sondern ist Mensch geworden um der Menschen willen« (Bonhoeffer). Er ist Mensch geworden, um an unserem Leid und unseren Schmerzen teilzuhaben, um aus uns geliebte Kinder Gottes zu machen. Und wer versteht und glaubt, dass ihm eine freie, unbedingte Liebe Gottes gilt, wird frei, auch seinen Nächsten allen Widerständen zum Trotz zu lieben.

Wie fühlt sich Verachtung an?

Gott will Ihnen in Liebe begegnen - heute!
