
Da Gottes Kinder Menschen aus Fleisch und Blut sind, wurde auch Jesus als Mensch geboren. Denn nur so konnte er durch seinen Tod die Macht des Teufels brechen, der Macht über den Tod hatte.
Hebräer 2,14

In der sogenannten Weihnachtsgeschichte (Lukas 2) können wir lesen, wie Engel den Hirten auf den Feldern rund um Bethlehem die Botschaft der Geburt des Messias, des Sohnes Gottes, überbrachten. Diesen Hirten wird als Zeichen mitgeteilt: »Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen« (Lukas 2,12). Über diese Windeln habe ich oft nachdenken müssen. Beinahe jeder hat schon einmal Windeln genutzt, entweder als Baby oder als Eltern. Sie sind notwendig, um Schlimmeres zu verhindern. Doch sie lösen zwiespältige Gefühle aus. Denn Windeln sprechen im besonderen Maß von einer menschlichen Unpässlichkeit. Ein Baby kommt eben nicht ohne Windeln aus. Es hat seine Körperfunktionen noch nicht im Griff und bedarf deshalb (auch) dieser Form der Fürsorge.
Doch warum wurde dem Sohn Gottes, als er Mensch wurde, diese Phase des Menschseins nicht erspart? Warum ist Jesus Christus nicht einfach als 30-Jähriger auf die Erde gekommen, komplett fertig, ohne all diese peinlichen Details unserer menschlichen Existenz? Kein Laufen-Lernen, kein Sprechen-Lernen, kein mühseliges Erwachsen-Werden usw.
Doch gerade die Windeln Jesu sprechen eine bedeutende Sprache. Eben weil auch dies zum Menschsein dazugehört, hat Jesus Christus diese Facette des Menschseins nicht ausgespart, als er seine Mission - die Rettung von uns abhängigen, unvollkommenen Menschen - begann. Er hat sich nicht die Rosinen des Lebens herausgepickt, sondern das Menschsein in all seiner Begrenztheit er- und durchlebt. Er ist in allem uns gleich geworden, nur ohne Sünde! Nur so konnte er durch seinen Tod - auch diese Station menschlichen Lebens hat er erlebt - die Macht des Teufels brechen und uns auf ewig retten.

Was macht für Sie die Begrenztheit menschlichen Lebens aus?

Christus wurde ganz Mensch, damit wir ganz sein Eigentum werden können.
