
Sie nahmen nun den Leib Jesu und wickelten ihn in Leinentücher mit den wohlriechenden Ölen, wie es bei den Juden zu bestatten Sitte ist.
Johannes 19,40

Auf dem Hinrichtungsplatz Golgatha hängt Jesus am Kreuz. Um ihn herum herrscht ohrenbetäubender Lärm. Laut dröhnen die Kommandos der römischen Soldaten, die Hammerschläge klirren monoton auf Eisennägel. Es herrscht hektisches Treiben. Unter das Gelächter, das Schimpfen und den spottenden Tratsch der Schaulustigen mischt sich das Schreien und Fluchen der beiden anderen zum Tod Verurteilten. Das ist die Schädelstätte, eine grausige Geräuschkulisse.
Wie mag es dort riechen? Blut, Schweiß und Straßenstaub vereinen sich zu einem lästigen Mief. Beißend stinkt der Rauch der Fackeln, die während der dreistündigen Dunkelheit für eine notdürftige Beleuchtung sorgen. Dazu ein Hauch von Essig, Wein mit irgendeinem galligen Zusatz - ein Geruch des Todes!
Wenige Stunden später. Eine komplett andere Szene:
In einem Garten ist es still, gelegentlich zwitschern Vögel. Nur zwei Männer sind da. Schweigend und sorgfältig wickeln sie den leblosen Körper von Jesus in saubere Leinentücher. Behutsam legen sie ihn in das Felsengrab. Eine Steinplatte rollt vor die Öffnung, dann sanfte Stille.
Wie riecht es nun hier? Frische Abendluft, vermengt mit Blütenduft, umweht die Nase. Obendrein das Aroma wohlriechender Öle zum Begräbnis, eine Mischung aus Myrrhe und Aloe - ein Geruch von Wonne und Wohltat.
Ist es nicht erstaunlich, wie Gott dafür sorgt, dass sein geliebter Sohn nach den qualvollen Leiden für unsere Sünden friedlich beigesetzt wird? Es drängt sich regelrecht auf: Dies ist ein Vorgeschmack auf die Herrlichkeit und Ruhe, die Jesus erwarteten nach seinem Ausruf: »Es ist vollbracht!« Durch seinen Opfertod möchte er auch uns eine ewige Ruhe geben. Denn was der Sohn Gottes dort erlebt hat, geschah für Sie und mich.

Welche Sinneseindrücke assoziieren Sie mit der Passionsgeschichte Jesu Christi?

In Ostergärten lassen sich die beschriebenen Sinneseindrücke gut nachvollziehen.
