Sonntag, 29. April 2007

Leitvers

Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen.
Psalm 133,1

Gewinner sein!

Gewinner sein!

Die Kinder spielen Monopoly. Einmal klingt freudiges Lachen zu mir herüber, ein andermal ein Seufzer oder eine Unmutsbekundung. Schon an der Stimmlage der einzelnen Kinder ist zu erkennen, wer jetzt gerade im Vorteil und wer im Nachteil ist. Wie leicht kippt die Stimmung, wenn deutlich wird, dass eines der Kinder verliert. Jeder bemüht sich um den Sieg, und Verlieren ist nicht jedermanns Stärke. Manches Spiel endet deshalb leider mit Tränen, schließlich will jeder der Gewinner sein!
Der Wunsch ist verständlich! Gewinnen ist schön. Deshalb bemüht sich jeder. Und je nach Spiel kann mit etwas logischem oder strategischem Denken und einer Portion Würfelglück der Sieg errungen werden. Das schadet der Gemeinschaft nicht. Es sei denn, der Blick verengt sich ganz auf den zu erringenden Sieg. Ich muss gewinnen, mir muss alles gelingen! Der Kampf wird verbissen, es wird nur noch an das eigene Vorwärtskommen gedacht und der Vorteil gegenüber den anderen führt zur Schadenfreude. Bin ich im Nachteil, ist die Enttäuschung groß, besonders wenn dazu noch spöttische Bemerkungen fallen. Aus einem schönen Miteinander beim Spiel wird so schnell Zank und Streit.
Der Wunschtraum aller Eltern, dass die Kinder friedlich miteinander spielen, ist leider selten. Kann ich meinen Kindern einen besseren Weg zeigen? Spielt der Egoismus den Kindern nicht diesen Streich? Aber bin ich besser? Wenn ich mitspiele und es schaffe, mich über den Sieg eines der Kinder zu freuen, dann habe ich am meisten gewonnen: Ich habe mich selbst überwunden und dem anderen zur Freude verholfen. Interessanterweise verschafft das genauso viel Zufriedenheit wie der eigentliche Sieg.

Gerhard Kimmich
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Frage
Sind wir nicht häufig verbissen hinter einem Sieg zu Lasten anderer her?
Tipp
Lernen wir von dem, der sagte: »Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen« (Matthäus 11,29).
Bibellese
Richter 8,1-3

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