Mittwoch, 01. März 2017

Leitvers

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben.
Matthäus 6,12

(5) Vergib uns unsere Schuld(en)!

(5) Vergib uns unsere Schuld(en)!

Weil er so missmutig durchs Dorf ging, fragte ihn ein Freund, was ihm fehle. Nach einigem Zögern antwortete er: »Ich habe eine Kette gestohlen.« – »Dann bring sie doch wieder hin, und alles ist gut.« – In der nächsten Woche trafen sie sich wieder, die Stimmung schien kaum besser. »Na, hast du die Kette immer noch nicht zurückgebracht?« – »Doch, aber an der Kette hing »'ne Kuh.«
So ist das: Wenn jemand Vergebung erleben möchte, muss man alles wieder rausrücken, alles bekennen, was man Schlechtes gemacht hat. Vorher gibt es keinen Frieden in der Seele.
In dem Vaterunser geht es um den Frieden mit Gott. Auch da müssen wir alles Böse in unserem Leben zugeben und uns dazu stellen. Weil wir uns aber nur an den kleinsten Teil unserer Sünden erinnern, ist der gnädige Gott schon zufrieden, wenn wir grundsätzlich zugeben, jahrein, jahraus tausendfach seine Gebote übertreten zu haben. Dann vergibt er alles miteinander, weil sein Sohn alles für uns Sünder bezahlt hat.
Aber, so könnte man denken, dieses Gebet sprechen die Christen doch nicht nur einmal im Leben, ebendann, wenn sie sich zu Gott wenden. Und damit ist doch alles vergeben. Das stimmt; aber leider sündigen auch Gläubige noch sehr oft, und dann ist die Gemeinschaft mit Gott gestört. Sie wird aber wiederhergestellt, sobald wir unsere Schuld eingestehen, einerlei, ob wir »nur« lieblos geredet haben oder ob wir etwa einen Diebstahl begingen. Deswegen, weil das leider so häufig und vielfältig vorkommt, steht das Wort »Schuld« im ursprünglichen Bibeltext auch in der Mehrzahl.
Gott vergibt seinen Leuten gern; aber sie dürfen nicht versuchen, sich nur mit der »Kette« durchzumogeln, wenn's um eine Kuh geht.

Hermann Grabe
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Frage
Wie steht es um Ihr Verhältnis zu Gott?
Tipp
Gott weiß sowieso alles, darum ist es Dummheit, ihm nicht alles bekennen zu wollen.
Bibellese
1. Mose 4,8-16

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