Dienstag, 02. Dezember 2003

Leitvers

Ein weiser Sohn erfreut seinen Vater;
aber ein törichter Mensch verachtet seine Mutter.

Sprüche 15, 20

Wer nicht hören will …

Wer nicht hören will …

»Mach keine Dummheiten und pass gut auf, hörst du?« So oder ähnlich lauteten die Worte meiner Mutter, jedesmal wenn ich das Haus verließ. Ob ich als Sechsjähriger zum Spielen nach draußen lief, oder als junger Mann im Alter von Achtzehn meiner Wege ging. Mutters Mahnungen gehörten zum Alltag wie die Luft zum Atmen, und bestimmt dachte sie meinem jeweiligen Alter entsprechend an andere Gefahren oder Dummheiten, die ich anstellen könnte. Doch ich muss eingestehen, sie gingen zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus, denn ich nahm sie kaum richtig wahr und schon gar nicht ernst. Wohl alle Mütter sind mehr oder weniger fürsorglich besorgt um ihre Kinder, und ebenso schlagen fast alle Kinder ihre Mahnungen in den Wind.
Später, als Ehemann, wunderte und ärgerte mich, als auch meine liebe Frau in die Fußstapfen meiner Mutter trat und mich nie ohne irgendwelche Ermahnungen aus dem Haus gehen ließ. »Pass auf und fahr vorsichtig«, sagte sie oder rief mir nach: »Und komm nicht so spät heim!« Zuerst Mutter und jetzt die Ehefrau. Immer die gleichen Vorschriften und Ratschläge!
Erst in späteren Jahren entdeckte ich plötzlich das große Geheimnis dieser Bemutterung: Liebe, nichts als Liebe! Dafür war ich lange Jahre völlig blind, bis mir die Augen endlich aufgingen. Und das kam daher, dass Gott mir sein Erbarmen gegen uns Menschen und gegen mich offenbarte. Er ließ mich einerseits meine Verlorenheit erkennen, andererseits auch das, was er für mich trotzdem getan hat, als er seinen Sohn an meiner Statt in den Tod gab. Nichts als Liebe steckte dahinter. Und so danke ich jetzt Gott und meiner Mutter und meiner Frau dafür.

Karl-Heinz Gries


Frage
Wie gehen Sie mit der Fürsorge Ihrer Lieben um?
Tipp
Versuchen Sie immer die Liebe zu erkennen, die dahinter steckt!
Bibellese
Hesekiel 16,1-14

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