Sonntag, 04. Januar 2004

Leitvers

Was aber siehst du den Splitter,
der in deines Bruders Auge ist, den Balken
aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr.

Matthäus 7,3

Die rosarote Brille

Die rosarote Brille

Dies Ding benutzen die meisten nur, wenn sie in den Spiegel blicken und über sich selbst nachdenken. »Bin ich nicht ein ganz passabler Zeitgenosse?«, meinen sie dann. »Für mein Alter habe ich mich ganz gut gehalten, und eigentlich müssten alle meine Bekannten von Glück sagen, dass sie es mit mir zu tun haben. Die würden sich wundern, wenn mal jemand anders käme. Naja, es läuft zwar nicht alles so glatt; aber in dieser Welt muss man einfach manchmal von den Ellbogen Gebrauch machen …«
Für andere Leute holen viele statt der rosaroten die schwarze Brille aus dem Etui. Dann entdecken sie viel Dunkles, Hässliches und Schmutziges und wundern sich, wie man nur so niederträchtig sein mag. Sie halten sich für besser und wenden sich innerlich und äußerlich von ihnen ab. Es wäre doch schlimm, mit ihnen in einen Topf geworfen zu werden.
Bei einer Umfrage hielten sich 60% der Chefs für nette Leute, die berechtigte Kritik zu schätzen wissen. Der gleiche Prozentsatz kam heraus, als man Untergebene fragte, nur meinten die, es sei nicht ratsam, offen an dem Kritik zu üben, was ihre Chefs anordneten. So ist das mit den rosaroten Brillen.
Gott trägt keine dieser Brillen, wenn er sich uns anschaut. Er sieht uns so, wie wir sind, und will uns trotzdem behilflich sein, mit ihm in Ordnung zu kommen. Dafür verlangt er allerdings, dass wir unsere rosaroten Brillen vor dem Spiegel abnehmen und uns trauen, uns so zu sehen, wie wir sind. Dann finden wir es nämlich nötig, ihn zu bitten, uns gnädig zu sein. Das will er auch um seines Sohnes willen, der all unser Versagen auf sich genommen hat.

Hermann Grabe
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Frage
Haben Sie beide Brillen schon entsorgt?
Tipp
Gott erwartet das.
Bibellese
Matthäus 7,1-14

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