
Und Kain ergrimmte sehr, und sein Angesicht senkte sich.
1. Mose 4,5

»Mit 50 hat jeder das Gesicht, das er verdient« (George Orwell). »Ab der zweiten Lebenshälfte ist man für sein Gesicht voll verantwortlich« (Abraham Lincoln). »Das Gesicht eines Menschen erzählt mehr als ein dicker Roman« (Leo Tolstoi). »Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, entfällt auch der Mut« (Salomo; Sprüche 15,13).
Manche Erfahrungen des Lebens sind am Gesicht ablesbar: Verdrießlichkeit, Sorgen oder schlechte Laune hinterlassen ihre Spuren. Ja, unser Gesicht ist der Notizzettel unseres Lebens. Über Keith Richards (* 1943) schrieb der SPIEGEL einmal: »Sein Gesicht sieht aus wie ein ungemachtes Bett.« Und tatsächlich: Tugenden verschönern, Süchte und Laster zerknittern unsere Züge - und hinterlassen eindeutige Spuren.
Auf den ersten Seiten der Bibel ist ebenfalls von einem lesbaren Gesicht die Rede. Nachdem Gott das Opfer seines Bruders Abel angenommen hat, sein eigenes aber nicht, senkt sich Kains Blick. Er fühlt eine große Wut in sich. Wenig später wird er seinen Bruder ermorden. Doch davor fragt Gott ihn: »Warum senkst sich dein Blick? Ist es nicht so, dass es sich erhebt, wenn du recht tust?« (V. 6-7). Er erkennt die Motive hinter den Gesichtszügen und kann jedem Menschen bis ins Herz sehen.
Für uns Menschen ist das Gesicht des anderen wie ein Aushängeschild an sichtbarster Stelle. Auf diesen wenigen Quadratzentimetern sind beinahe alle Sinnesorgane angeordnet, die unsere Angewohnheiten und Eigenarten zum Ausdruck bringen und viel von unserem Charakter widerspiegeln. Dabei können sich auch Freude und Zuversicht zeigen, wie König David beschreibt: »Die auf ihn blicken, werden strahlen, und ihr Angesicht soll nicht beschämt werden« (Psalm 34,6). Ja: Wer Gott vertraut, dessen Gesicht wird Freude und Hoffnung ausstrahlen.

Was verrät Ihr Gesicht den anderen über Sie selbst?

In der Regel gilt: »Was im Herzen brennt, man im Gesicht erkennt.«
