Mittwoch, 05. Oktober 2005

Leitvers

In meiner Bedrängnis rief ich zum Herrn
und ich schrie zu meinem Gott.

Psalm 18,7

E-Mail für Gott

E-Mail für Gott

Nach dem »Fax für Gott« bietet eine israelische Telefongesellschaft an, E-Mails an Gott weiterzuleiten. Bis vor 2000 Jahren gingen Juden regelmäßig zum Beten in den Tempel nach Jerusalem. Er galt als das zentrale Heiligtum. Doch die Römer zerstörten Jerusalem im Jahre 70. Sie ließen auch von dem Tempel-Prachtbau nicht mehr übrig als die 18 Meter hoch aufgeschichtete Stützmauer im Westen des Tempelberges. Seitdem trauern Juden aus aller Welt an der »Klagemauer« um den Tempel. Sie gilt den Juden als heiligste Stätte. In die Ritzen zwischen den Steinquadern stecken sie von alters her kleine Papierstücke mit Bitten an Gott. Doch so mancher Jude, der irgendwo auf dem Globus lebt, kann nicht »mal eben« in die heilige Stadt reisen, um einen Zettel ins Mauerwerk zu stecken. Da hilft nur moderne Technik: Per Fax oder E-Mail nach Jerusalem transportiert, wird die Bitte dort ausgedruckt und erreicht so eine Mauerritze und damit Gott – so die Hoffnung der Juden.
Warum machen wir es nur so kompliziert? Eigentlich zeigte schon David, einst König in Israel, wie man sich an Gott wenden kann: Er schrie zu Gott in Not und Freude. In ausweglosen Situationen wusste David: Auf Gott kann ich mich verlassen. Das bewahrte ihn nicht vor Leid, aber vor der Selbst-Aufgabe. Viele seiner Psalmen werden heute noch als Lieder gesungen. Oft waren es gestammelte Gebete. So können wir heute noch zu Gott kommen: Ganz ohne Technik, ohne Strom, ohne Regeln können wir – flüsternd oder schreiend – unser Herz vor ihm ausschütten. Er hört uns um seines Sohnes willen.

Christof Hüls


Frage
Was machen Sie, wenn Schwierigkeiten auftreten?
Tipp
Machen Sie’s wie David!
Bibellese
Lukas 15,11-32

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