
Wer ist ein Gott wie du, der Schuld vergibt und Vergehen verzeiht dem Rest seines Erbteils!
Micha 7,18

Der Schäfer dürfte an diesem Tag das Schlimmste erwartet haben: Etwa 50 seiner Schafe waren falsch abgebogen und in einem Penny-Markt gelandet. Dem Schäfer war sofort klar: Das würde teuer! Schäfer zu sein ist ohnehin kein besonders einträgliches Geschäft, und nun drohten zusätzlich Schadensersatzforderungen und Reinigungskosten. Bestimmt ging er im Kopf schon alle Konsequenzen durch.
Doch dann kam alles anders. Der Marktleiter verzichtete nicht nur darauf, den Schäfer zur Rechenschaft zu ziehen - er nutzte den ungewöhnlichen Vorfall sogar für eine kreative PR-Aktion. Kunden hatten die Szene gefilmt, die Aufnahmen wurden zu einem Video zusammengeschnitten und verbreiteten sich rasant. Darüber hinaus übernahm der Markt eine Futterpatenschaft und finanzierte das Winterfutter für rund 700 Schafe. Der Schäfer wird an diesem Abend sehr erleichtert und dankbar eingeschlafen sein!
Wenn ein Mensch erkennt, wie groß seine Schuld vor dem heiligen Gott ist, dann ist das zunächst ein erschütternder Moment. Wir merken: Wir können nichts zurückzahlen oder wiedergutmachen. Unsere Möglichkeiten reichen einfach nicht aus. Doch genau an diesem Punkt geschieht etwas, das alles verändert: Gott begegnet uns nicht mit harten Forderungen, sondern mit großzügiger Gnade. Wenn wir demütig zu ihm kommen und ihn ehrlich um Vergebung bitten, vergibt er uns - vollständig und ohne Vorbehalt.
Und noch mehr: Gott belässt es nicht bei der Vergebung. Er nimmt uns als seine Kinder an, er führt und versorgt uns und übernimmt Verantwortung für unser Leben. Diese Gnade übersteigt alles. Darum ist es nur angemessen, mit tiefer Dankbarkeit zu reagieren - und unser Leben vertrauensvoll in seine Hände zu legen.

Was würde mich erwarten, wenn ich für meine Schuld geradestehen müsste?

Nehmen Sie sich Zeit, über Gottes Gnade nachzudenken und ihm dafür zu danken!
