
Der tiefste Grund für unsere Zuversicht liegt in Gottes Liebe zu uns: Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.
1. Johannes 4,19

Wir leben in einer gefallenen Welt, in der nichts perfekt und niemand ohne Sünde ist. Die Prägungen und Erfahrungen des Lebens, die bei keinem nur gut sind, hinterlassen Spuren, die unser Verhalten mitbestimmen. So treffen verletzte Menschen auf andere Verletzte und verletzen sich immer wieder gegenseitig, weil ihr Verhalten eben auch durch Verletzungen geprägt ist. So geht der Teufelskreis von Schuld und Sünde immer weiter, weil jeder in seiner eigenen Haut steckt und natürlicherweise dieser auch am nächsten ist. Wenn aber jeder nur sein Ego verteidigt, landen Beziehungen in einer Sackgasse. Sackgassen sind dafür bekannt, dass man nur durch eine Umkehr wieder herauskommt. In Bezug auf unser Verhalten wäre das die Entscheidung, nicht mit gleicher Münze zurückzahlen und keine Rache zu üben.
Diesen Ausweg aus dem hoffnungslosen Kreislauf der Zerstörung schlägt auch Jesus Christus vor. Und er bietet den Weg dahin an. Denn er wünscht sich, dass wir einander ebenso vergeben lernen, wie er bereit ist zu vergeben, wenn wir zu ihm umkehren. Er hat die Entscheidung getroffen, uns gekränkte und trotzige Egoisten zu lieben, auch wenn wir ihn ablehnen. Er geht uns mit offenen Armen entgegen, selbst wenn wir ihn missachten, verleugnen, vielleicht sogar hassen. Wer seine bedingungslose Liebe aber angenommen hat und zu erwidern beginnt, wird von Gott, der die Liebe in Person ist, mit der Fähigkeit und dem Verlangen ausgestattet, sich auch mit seinen Mitmenschen zu versöhnen und sie zu lieben.
Liebe ist eine Entscheidung und weniger ein Gefühl. Wer sich deshalb entschließt, auf den anderen zuzugehen und aufrichtig um Vergebung zu bitten - obwohl es emotional schwerfällt -, handelt wie Jesus, der als Erster gesagt hat: »Ich liebe dich!«

Zu wem sollten Sie sagen: »Ich liebe dich!«?

Wer Versöhnung sucht, schafft fruchtbaren Boden für Frieden.
