
Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht wider dich sündige.
Psalm 119,11

Auf Fortbildungen hörte ich öfter den Gedächtnistrainer Oliver Geisselhart. Er referiert zum Thema Erinnerungsvermögen und bietet Mitarbeiterschulungen an. Einmal stellte er seine eigene Merkfähigkeit unter Beweis, indem wir ihm beliebige Begriffe zurufen sollten. Nach mehreren Minuten konnte er jeden Begriff dem Rufer zuordnen. Ich wollte es ihm besonders schwer machen und rief »Fakultativklausel«. Doch Herr Geisselhart konnte sich nicht nur nach wenigen Minuten, sondern sogar noch nach etwa drei Jahren an mich erinnern. Da erklärte er mir, dass er sich die Merkmale einer Person (ovales Gesicht, roter Pulli) einprägt und diese mit den Begriffen verknüpft.
Unsere Merkfähigkeit ist eine geniale Sache. Man kann sie trainieren oder verkümmern lassen. Durch die starke Informationsflut und die Unterscheidung zwischen Wichtigem und Unwichtigem ist sie bei uns stark herausgefordert und nicht immer gut ausgebildet. Wir hören und lesen viel, doch oftmals hat es keine Wirkung.
Ähnlich beschreibt Jesus Christus in seinem »Gleichnis vom Sämann« unsere Aufmerksamkeit für Gottes Botschaften: Oftmals fällt der »Same«, also Gottes Reden in unser Leben, auf einen harten Weg und wird direkt von den Vögeln aufgepickt. Wir lassen tiefere Gedanken gar nicht an uns heran und überschütten sie mit noch mehr Information.
Doch dabei muss es nicht bleiben. Wir haben einen Willen und sind der Flut nicht hilflos ausgeliefert. Wir können uns bewusst Zeiten der Ruhe nehmen und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. So kann das, was wir von Gott gehört oder gelesen haben, in unser Herz gelangen. Das bedeutet, dass wir es ernst nehmen und unsere Lebensweise danach ausrichten. So entsteht etwas Gutes: Gott verändert uns und unsere Sicht auf ihn und die Welt.

Wie wollen Sie Ihre Merkfähigkeit in diesem Bereich verbessern?

Es hilft, Texte aus der Bibel ungestört und wiederholt zu lesen und darüber nachzudenken.
