
Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.
Johannes 1,12

Bis in die 1960er-Jahre hinein waren in Schweden, wie es auch in der deutschen Sprache der Fall ist, zwei Formen der Anrede üblich: das informelle und persönliche »Du« sowie das höfliche und respektvolle »Sie«. Als das Land jedoch einen gesellschaftlichen Wandel erfuhr, der zur Abflachung von Hierarchien führte, wurde der Wunsch nach einer einheitlichen Ansprache laut: Das »Sie« sollte zugunsten des »Du« abgeschafft werden. Vorreiter dieser Idee war der renommierte Neurowissenschaftler Bror Rexed, der als Direktor einer Behörde allen Angestellten anbot, ihn mit Vornamen anzusprechen, und damit auf das ihm zustehende »Herr Generaldirektor« verzichtete. So setzte sich die Du-Reform durch, und heute ist das »Du« in Schweden die gängige Anredeform, im öffentlichen wie im privaten Leben.
Auch die Bibel spricht von einer Reform, die allerdings weit über die Grenzen Schwedens hinausgeht. Gott, unser Schöpfer, der größer ist als alles, was unser Denken zu fassen vermag, machte sich für diese Reform ganz klein. In Jesus verließ er seine göttlichen Dimensionen und kam als Baby zu uns auf die Erde. Später ließ er sich von seinen eigenen Geschöpfen schlagen, bespucken und grausam hinrichten. Doch wozu das alles?
Als Jesus starb, trug Gott selbst die Strafe für unsere Schuld. Freiwillig nahm er das auf sich, was wir verdient hätten, und beseitigte alles, was uns von ihm trennt. Nun bietet er einem jeden von uns das »Du« an. Und noch mehr: Wir dürfen Kinder Gottes werden! Bror Rexed hat sicherlich niemanden gezwungen, ihn mit Vornamen anzusprechen. Es war ein Angebot, keine Pflicht. Genauso zwingt Gott niemanden dazu, sein Kind zu werden. Doch sein Angebot steht. Nun liegt es an uns, es zu ergreifen.

Sind Sie mit Gott schon per Du?

Wenn Sie zu Gott beten, dürfen Sie genauso reden wie mit einem guten Freund: vertraut, ehrlich und offen.
