
Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.
Jeremia 8,7

Im Frühling und im Herbst sammeln sich bei uns am Niederrhein riesige Scharen von Kranichen und Gänsen. Es ist ein gewaltiges Schauspiel, wenn sich diese Zugvögel in die Luft erheben. Wie mit dem Lineal gezogen fliegen sie in einem optimalen Winkel, um Kräfte für die lange Reise zu sparen. Die Kraniche ziehen im Herbst von ihren Brutgebieten in Nord- und Mitteleuropa bis nach Südeuropa oder gar Nordafrika. Die Gänse haben es zum Teil noch weiter - viele Schwärme starten in Sibirien. Bei den Kranichen ist der charakteristische Schrei zu hören, mithilfe dessen sie miteinander kommunizieren. Bei mir löst dieses Bild im Herbst stets etwas Wehmut aus, im Frühling hingegen Vorfreude auf die warme Jahreszeit. Doch losgelöst von allen Emotionen ist es für mich auch immer wieder erstaunlich, dass diese Vögel sowohl ihre Zeit als auch ihren Weg kennen. Sie tun instinktiv das Richtige zur richtigen Zeit.
Bei uns Menschen ist das leider oft anders: Wir haben die Fähigkeit, uns zu entscheiden. Aber das macht unser Urteil selten sicher. Wir sehen das Ziel nicht, zweifeln, fragen, weil wir keinen Bezugspunkt haben. Angesichts der schier unendlichen Möglichkeiten unserer Zeit sind wir jeden Tag vielfältig vor die Qual der Wahl gestellt und müssen unseren Weg finden. Aber unser innerer Kompass wird gestört durch allerlei negative Einflüsse von außen und innen. Was hilft?
Gott hält uns durch den Propheten Jeremia den Spiegel vor: Wenn wir klare Orientierung in unserem Leben haben wollen, müssen wir nach Gott und seinem Recht fragen. Dann tun auch wir das Richtige zur richtigen Zeit. Doch anders als Kranich und Gans scheitert dies oft - nicht an Gott, sondern an unserem eigenen (Un-)Willen.

Wer gibt Ihrem Leben Weg und Ziel?

Gott möchte Sie begleiten und führen.
