Donnerstag, 08. Juli 2004

Leitvers

Denn sieben Mal fällt der Gerechte und steht doch wieder
auf, aber die Gottlosen stürzen nieder im Unglück.

Sprüche 24,16

Die verfallene Ruinentreppe

Die verfallene Ruinentreppe

In Italien trafen sich die beiden europäischen Romantiker Hector Berlioz und Felix Mendelssohn zu gemeinsamen Spaziergängen in antiken Ruinen. Hier begegneten sich zwei Weltanschauungen, wie sie verschiedener nicht sein konnten. Mendelssohn bekannte sich zum christlichen Glauben, was Berlioz zu gnadenlosen Spötteleien herausforderte. Als die Männer einmal über eine verwitterte Treppe balancierten, machte Berlioz eine seiner lästerlichen Bemerkungen. Mendelssohn verlor das Gleichgewicht und stürzte. Der andere half ihm auf und bemerkte: »Da haben Sie ein Beispiel Ihrer göttlichen Vorsehung. Ich lästere und Sie fallen.«
Findet man in der kritischen Bemerkung des atheistischen Musikers nicht eine unangenehme Wahrheit? – Frömmigkeit und Glaube schützt keinen Menschen vor Not oder äußerem Schaden. Manchmal scheinen sogar die gottlosen Spötter sichereren Boden unter den Füßen zu haben, und ihnen geht es unverdienter Weise gut. Währenddessen stellen Christen fest, dass sie auf dem Glaubensweg selbst vor dem Fallen in Sünde nicht gefeit sind. Die Frommen sind offenbar keinen Deut besser als die anderen Menschen. Und doch liegt in der böse gemeinten Bemerkung ein entscheidender Fehler: Der Weg des Glaubens ist nicht mit einer verfallenen Ruinentreppe zu vergleichen. Der Glaube an Christus ist der sicherste Lebensweg, den es gibt. Gerade weil Christen um ihre Schwachheit und ihr Versagen wissen, vertrauen sie sich der Führung des Herrn Jesus Christus an. Er hat gesagt, dass er selbst der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Johannes 14,6). Wer ihm folgt, kommt garantiert unbeschadet ans himmlische Ziel.

Andreas Möck


Frage
Was hätte Mendelssohn antworten können?
Tipp
Nicht mit Berlioz spazieren gehen!
Bibellese
Römer 2,17-29

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