Sonntag, 10. Juni 2018

Leitvers

Ja, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dir fortdauern lassen meine Güte.
Jeremia 31,3

Falsche Gottesbilder (1): Der liebe Gott

Falsche Gottesbilder (1): Der liebe Gott

Gerne reden wir vom »lieben Gott«, im Rheinland auch vom »leeven Jott«. Was bedeutet das eigentlich? Zunächst bezeichnet die Anrede »liebe/r« eine Einstellung zum anderen. Wenn ich von meiner »lieben Frau« spreche, dann drücke ich damit aus, dass ich sie lieb habe. Wenn ich also mit dem Ausdruck »lieber Gott« sagen möchte, dass ich ihn liebe und schätze, dann ist das sicherlich gut und richtig.
Im allgemeinen Sprachgebrauch steht dieses Adjektiv aber manchmal auch für »brav«: Ein »liebes Kind« ist danach ein braves, folgsames Kind. Wenn jemand als »lieber Mensch« bezeichnet wird, dann klingt das zuweilen auch etwas nach harmlos: Der tut keinem was. Der ist (nur) freundlich und angenehm. Er ist eben lieb. Wie bei einem Hund: Der ist ganz lieb, der will nur spielen!
Wenn manche vom »lieben Gott« sprechen, dann haben sie – so ist mein Eindruck – das Bild eines solchen »harmlosen Typen« vor sich: ein bisschen wie ein Großvater, der amüsiert auf seine Enkel schaut und nichts wirklich krummnimmt. Einfach lieb. Ist Gott so?
Die Bibel spricht davon, dass Gott ein liebender Gott ist. Ist das nicht dasselbe? Auf keinen Fall: Als Vater weiß ich, dass die Liebe zu meinen Kindern zuweilen Strenge und Sanktionen fordert. Ich kann nicht alles gutheißen, sondern muss Fehlverhalten aufzeigen und korrigieren. Das ist auch ein Kennzeichen echter Liebe – nicht immer nur »lieb« sein und alles durchgehen lassen.
Genauso wenig, wie ein wirklich liebender Vater seinen Kindern erlaubt, auf der viel befahrenen Straße Fußball zu spielen, erlaubt Gott seinen Menschen, ungestraft seine Gebote zu übertreten. Aber das tut er, weil er sie liebt. Er will sie sicher zu sich nach Hause bringen.

Markus Majonica
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Frage
Was tun Sie, wenn Ihr Kind etwas tun will, was ihm schädlich ist?
Tipp
Wer seine Kleinkinder mit Streichhölzern und gefährlichen Tabletten spielen lässt, hat sie nicht wirklich lieb.
Bibellese
5. Mose 8,1-16

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