Dienstag, 12. Mai 2015

Leitvers

All ihr Volk seufzt auf der Suche nach Brot; sie geben ihre Kostbarkeiten für Nahrung hin, um sich am Leben zu halten.
Klagelieder 1,11

Hunger?

Hunger?

»Niemand sieht, wenn ich Hunger habe, aber alle sehen, dass ich dick bin«, klagte eine Frau bei dem Versuch, ihr Körpergewicht etwas zu reduzieren. Das, was wir in unserer Wohlstandsgesellschaft als Hunger bezeichnen, ist nichts anderes als Appetit, Lust auf Essen.
Richtiger Hunger ist etwas ganz anderes. Wir kennen ihn nur noch aus Erzählungen der Kriegs-Generation. Hunger verändert das Bewusstsein, unser Denken wird dann vom Lebenserhaltungs-Trieb gesteuert. Plötzlich hat ein Stück trockenes Brot, das in Zeiten des Überflusses in der Biotonne landen würde, einen immens hohen Wert. Und um ein solches zu bekommen, ist man zu größten Opfern bereit: »Alles, was der Mensch hat, gibt er für sein Leben« (Hiob 2,4). Manche werden dann zu Taten fähig, die man unter normalen Umständen niemals für möglich gehalten hätte.
Welchen Nutzen hat es, dass uns in der Bibel solche schrecklichen Nöte geschildert werden? In der Geschichte des Volkes Israel zeigt sich, dass Nöte dieser Art in den meisten Fällen eine Folge davon waren, dass das Volk sich von seinem Gott abwandte. – In diesem Wissen spricht der weise Agur ein bemerkenswertes Gebet: »Armut und Reichtum gib mir nicht, lass mich das Brot, das ich brauche, genießen, damit ich nicht, satt geworden, leugne und sage: Wer ist denn der HERR? – und damit ich nicht, arm geworden, stehle und mich vergreife an dem Namen meines Gottes!« (Sprüche 30,8-9).
Siebzig Jahre ist es her, dass in Deutschland nach einem verlorenen Krieg Hunger herrschte, aber in dieser Zeit entstand auch ein neues Fragen nach Gott. Heute können wir uns mehr als satt essen, aber dabei stehen wir wieder in der Gefahr, Gott zu vergessen, den Geber aller guten Gaben. Lehrt uns nur Not beten?

Günter Seibert
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Frage
Was bewirken Notsituationen in Ihrem Leben?
Tipp
Danken Sie Gott jeden Tag für alle guten Gaben!
Bibellese
Psalm 107,16-22

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