
Ihr habt so das Wort Gottes ungültig gemacht um eurer Überlieferung willen.
Matthäus 15,6

Am 12. August 2024 verschwand Ryan Borgwardt, Ehemann und Vater von drei Kindern, auf dem Green Lake in Wisconsin. Seine Familie ging davon aus, dass er ertrunken war. Doch in Wirklichkeit hatte Ryan seinen »Tod« inszeniert: Er ließ sein Kajak absichtlich kentern, paddelte mit einem Floß auf die gegenüberliegende Seeseite, fuhr von dort mit einem E-Bike 66 Meilen bis zur nächsten Stadt und reiste über Kanada nach Georgien. Dort wollte er mit einer Frau, die er online kennengelernt hatte, ein neues Leben beginnen. Nach 89 Tagen flog der Schwindel jedoch auf. Bei einem Verhör im Sheriff-Büro rechtfertigte sich Ryan mit den Worten: »Das Einzige, was ich geheim gehalten habe, war mein Aufenthaltsort. Ich war fest dazu entschlossen, nicht zu lügen, und ich denke auch nicht, dass ich es getan habe.« Bezirksrichter Mark Slate sah das anders. Er verurteilte Ryan zu 89 Tagen Haft - genau so viele Tage, wie er seinen Betrug aufrechterhalten hatte.
Ryans eigene Definition von »Wahrheit« konnte vor dem objektiven Maßstab des Richters nicht bestehen. Sein Selbstbetrug erinnert an den der Pharisäer und Schriftgelehrten. In Markus 7,13 tadelt Jesus sie, weil sie »das Wort Gottes ungültig machen«, indem sie menschliche Überlieferungen an seine Stelle setzen. Sie modifizieren die biblischen Gebote so, dass sie nach ihrem Maßstab gesetzestreu und schuldlos dastehen. Doch nach Gottes heiligem Maßstab sind sie schuldig, weil sie seine Gebote missachten.
Eines Tages werden auch wir vor Gott, dem Richter, stehen. Er wird uns nicht nach unserem Maßstab beurteilen, sondern nach seinem. Das ist Grund genug, schon heute nach Gottes Geboten zu fragen und danach zu leben: »Gib mir Einsicht, und ich will dein Gesetz bewahren und es halten von ganzem Herzen« (Psalm 119,34).

Wo rechtfertigen Sie sich selbst?

Gottes Gebote sind keine »Vorschläge«, sondern verbindlicher Maßstab. Wer sie relativiert, betrügt sich selbst.
