Samstag, 13. Mai 2000

Leitvers
Herr, ich habe keinen Menschen.

Johannes 5,7

Ich habe keinen Menschen!

Ich habe keinen Menschen!

An einem grauen Montag komme ich in das Großraumbüro eines Konzerns. Ich treffe Menschen, denen im Gesicht geschrieben steht, wie sehr sie es bedauern, dass das Wochenende mal wieder vorbei ist. Einer, mit dem ich geschäftlich zu tun habe, sieht besonders traurig aus. Ich spreche ihn an, frage, was er hat, und nehme mir Zeit für ihn. Ein langes Gespräch beginnt, in dem er mir alle seine Sorgen und Nöte mitteilt, die er mit seiner 18-jährigen Tochter hat. Bisher war das Verhältnis Vater-Tochter prima, aber plötzlich ist sie wie umgewandelt. In ihrem Äußern, ihrem Verhalten in allem kommt die Opposition gegen alles Bisherige zum Ausdruck. Die Frage des Vaters an mich: »Was habe ich falsch gemacht, dass meine Tochter jetzt so reagiert?« - Plötzlich hält er inne und fragt mich: »Sagen Sie mal, Sie haben doch heute etliche Termine, wieso nehmen Sie sich für mich Zeit? Sie sind der erste Mensch, der mir zuhört, mich nicht unterbricht, keine oberflächlichen Redewendungen und Ratschläge gibt.«
»Ja, wissen Sie, ich bin Christ«, antworte ich ihm, »und ich weiß, dass es kaum noch Menschen gibt, die zuhören wollen. Aber ich kenne jemanden, dem ich alles sagen darf, das ist mein Herr und der heißt Jesus Christus. Der hat immer, Tag und Nacht, Zeit für mich. Er versteht mich. Er gibt mir auch nicht immer gleich ein Patentrezept für alle meine Probleme. Aber dass es jemanden gibt, der mir in meiner Situation zuhört, ist großartig!« Wie oft klingt es heimlich im Herzen: »Ich habe keinen Menschen!« Und doch gibt es einen Heiland und Herrn, der um alle meine Nöte weiß und zu dem ich immer kommen darf.

Jochem Keil


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Wer ist mein Ratgeber?
Tipp
Ein Versuch mit dem Gebet zu Jesus Christus lohnt sich.
Bibellese
1. Korinther 1,10-17

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