
Nur ein Schritt ist zwischen mir und dem Tod!
1. Samuel 20,3

Mitten in Jedermanns sorgloses Leben tritt eines Tages der Tod hinein. Er will mit dem noch nicht mal 40-Jährigen »Abrechnung halten« und ihn seinem gerechten Gericht vor Gott zuführen. Der Protagonist ist schockiert. Das ist viel zu früh! Er fühlt sich nicht bereit, fleht und bettelt um mehr Zeit. Wenigstens einen Tag! Doch der Tod zeigt sich unbeeindruckt. Noch nie habe er eine Zusatzfrist gewährt. Jedermann erklärt: Er habe so schreckliche Angst, allein in den Tod zu gehen, er möchte nichts weiter als einen Begleiter finden, der mit ihm vor Gottes Gericht erscheint. Schließlich lenkt der Tod ein: Eine Stunde zusätzlich bekommt Jedermann, um einen Beistand zu finden.
Die unvermittelte Konfrontation mit dem eigenen Tod kann buchstäblich jedermann treffen, auch Sie und mich. So beschreibt es auch König David im Tagesvers: Nur ein Schritt ist zwischen dem Tod und uns, und zwar in jedem Moment unseres Lebens. Er kann uns auch in den besten Jahren unvorbereitet überkommen. Wie können wir uns darauf vorbereiten?
Hofmannsthals Jedermann war von seiner Mutter dazu angehalten worden, über das Diesseits hinaus zu denken. Aber er hatte es versäumt und wurde dann überrascht. Klüger ist es deshalb, den eigenen Tod bewusst einzukalkulieren und die Augen nicht davor zu verschließen. Der weise Mann Mose betet in Psalm 90,12: »Lehre uns zu bedenken, wie wenig Lebenstage uns bleiben, damit wir ein Herz voll Weisheit erlangen!« Diese Weisheit fängt damit an, nach Gott zu fragen und sich auf die Suche nach ihm zu begeben. Eine gute Möglichkeit dazu ist, sich der Bibel als Lektüre zuzuwenden. Besser heute als morgen, denn wenn der Tod anklopft, werden wir - anders als Hofmannsthals Jedermann - keine Zusatzfrist mehr bekommen.

Inwiefern wirkt sich die Gewissheit des Todes auf Ihre Lebensweise und Ihr Verhalten aus?

Gott möchte uns nicht in ein Leben voller Angst, sondern voller Bewusstsein versetzen.
