Freitag, 14. Oktober 2005

Leitvers
In jener Stunde aber heilte er viele von Krankheiten
und Plagen und bösen Geistern,
und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht.

Lukas 7,21

Warum geht es den anderen besser als mir?

Warum geht es den anderen besser als mir?

»Für alles gibt es eine Stunde. Und für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit.« So hat es vor Jahrtausenden schon der weise Salomo gewusst. Die erwähnte Stunde in unserem Tagesspruch bezieht sich auf eine bestimmte Stunde im Leben des Täufers Johannes. Er war in Zweifel darüber geraten, ob Jesus wirklich der ersehnte Retter war, an den er doch so fest geglaubt hatte. Er befand sich seit geraumer Zeit unschuldig im Gefängnis, und nichts deutete darauf hin, dass er jemals wieder heraus kommen würde. Konnte der Herr Jesus ihn denn nicht befreien? – Es war vielleicht die dunkelste Stunde im Leben dieses großen Mannes.
Auf der anderen Seite war es eine Stunde, in der viele Menschen durch das Wirken Jesu von Not, Leiden und tiefer Dunkelheit befreit wurden. Und gerade dies verstärkte noch die Verzweiflung des Johannes. Anderen wurde geholfen, ihm aber nicht! Können wir seine Zweifel nicht gut verstehen? Ja, wenn Jesus uns nicht so begegnet und so hilft, wie wir es uns vorstellen, dann können wir nicht an ihn glauben. Für andere scheint es leicht zu sein, an ihn zu glauben; für sie ist er ja da!
Wir ahnen gar nicht, wie gut der Herr Jesus uns gerade in solchen Stunden versteht! Wie seinen Freund Johannes will er uns vor allem aus dem »Gefängnis« unserer falschen Vorstellungen befreien. Darin liegt die Rettung, wenn wir es ihm überlassen, wann und wie er uns seine Hilfe erweist. Insbesondere in den Stunden, da er sich scheinbar nur um die Nöte anderer müht, lernen wir zu glauben, dass er uns versteht, auch wenn er nicht so handelt, wie wir es von ihm erwarten.

Andreas Möck


Frage
Was haben Sie für eine Erwartung an Jesus Christus, den Retter der Welt?
Tipp
Man kann ihm uneingeschränkt vertrauen, auch wenn er bestimmte Erwartungen nicht erfüllt.
Bibellese
Lukas 18,1-8

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