Montag, 17. April 2000

Leitvers

Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn,
wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz.

Psalm 90,9

Alltag

Inflation der Worte

Meine Redelust hat mich schon mehrfach in ziemlich unangenehme Situationen gebracht, weil ich bei den falschen Leuten die falschen Äußerungen machte. Mit Fünfzehn habe ich einmal etwas ausgeplappert, was ich besser für mich behalten hätte. Man verdonnerte mich, dem, der durch meine üble Nachrede verletzt worden war, zehn Wochen lang mein ganzes Taschengeld zu bringen. Sonntag für Sonntag; je zehn Kilometer hin und zurück bei Wind und Wetter.
Aus Erfahrung weiß ich, dass ein rechtes Wort zur rechten Zeit wirklich eine Kunst ist. Reden ist Silber, aber Schweigen manchmal wirklich Gold wert. Wer bei bestimmten Gelegenheiten schweigt, der sagt oft mehr, als es viele Worte vermocht hätten. Leider aber erleben wir fast überall eine Inflation der Worte, denen so gut wie keine Taten folgen. Ob in Familie, Arbeitswelt oder Politik, überall diskutiert man pausenlos über Gott und die Welt. Ein typisches Zeichen unserer redseligen Zeit ist die weltweite Telekommunikation. Wie viel Unfug wird allein mit dem Handy getrieben! Da ist fast jeder Zeitgenosse sein eigener Manager und findet nirgendwo Ruhe zum Nachdenken oder zu sich selber.
Es ist, als wolle der Teufel uns auf alle mögliche Art davon abhalten, dass wir zur Ruhe kommen. Dabei sagt die Bibel, dass es da, wo viele Worte gemacht werden, nicht ohne Sünde abgeht und dass der Kluge seine Lippen im Zaum hält. Wissen Sie, dass es Gottes Wille ist, dass wir zur Ruhe kommen, auch mit unserer Zunge? Jesus Christus hat gesagt: Die Menschen müssen Rechenschaft geben am Tage des Gerichts von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben!

Karl-Heinz Gries


Frage
Was fällt leichter: zu reden oder zuzuhören?
Tipp
Erst denken - dann reden, nicht umgekehrt.
Bibellese
Markus 14,53-65

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