Sonntag, 19. März 2006

Leitvers

Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt
von oben herab, von dem Vater der Lichter,
bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten.

Jakobus 1,17

Gäste haben’s nicht leicht (2)

Gäste haben’s nicht leicht (2)

Etwa 82% der Uiguren bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Ackerbau und Viehzucht. Ihre Geschichte geht zurück bis ins 8. Jahrhundert nach Christus. Sie ist geprägt von Vertreibung und Unterwerfung. Die Uiguren haben bis heute nie als unabhängiges Volk in einem eigenen Staat leben können. Trotzdem haben sie eine reiche und vielfältige Kultur entwickelt und ihre völkische Eigenständigkeit bewahrt, wozu eben auch ihre Gepflogenheit gehört, alles Empfangene durch eine entsprechende Gegenleistung möglichst genau auszugleichen.
Kürzlich lud mich eine Freundin unter den Uiguren zu sich nach Hause ein und bewirtete mich fürstlich. Außerdem bot sie mir in den verschiedensten Bereichen ihre Hilfe an. Irgendwann kam dann die Frage, ob ich nicht ihrer Schwester beim Englischlernen helfen könnte. Konnte ich ablehnen, nachdem ihr »Konto« ein solches »Plus« aufwies?
Tatsächlich unterrichte ich schon mehr Englisch, als mir lieb ist. Also bot ich ihnen an, einmal zu kommen und der Schwester die phonetische Schrift beizubringen. Da sich die Uiguren mit der Aussprache nicht schwer tun, können sie mit Hilfe der Lautschrift weit kommen. Außerdem lobte ich das (tatsächlich gute) Englisch meiner Freundin. Sie konnte selbst eine prima Hilfe für ihre Schwester sein. Ob mein »Kontostand« damit wieder ausgeglichen war?
Wie gut, dass unser himmlischer Vater kein »virtuelles Konto« für uns führt, sondern uns einseitig unendlich reich beschenkt. Ich möchte immer mehr lernen, dass ich mir bei ihm nichts verdienen muss. Und ich möchte mithelfen, dass Uiguren ihn kennen lernen und sich von ihm beschenken lassen.

Gottfried Piepersberg


Frage
Versuchen Sie gegenüber Gott noch, ihr »Konto« auszugleichen?
Tipp
Wir können uns bei Gott nichts verdienen, sondern alles von ihm nur als Geschenk annehmen.
Bibellese
Psalm 35,1-18

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