
Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Tonscherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen; und in den Staub des Todes legst du mich.
Psalm 22,16

Wenn ich beruflich bei Firmen mit Papier- und Aktenvernichtung bin, ist es dort immer sehr staubig. Oder wenn Kühlschränke geschreddert werden, schmeckt man den Staub des Kältemittels. Dieser Staub liegt oft zentimeterdick auf der Maschine und den Förderbändern und übertrifft den gewöhnlichen Hausstaub bei Weitem. Eine Schraube oder ein Schraubenschlüssel ist manchmal nicht mehr aufzufinden. In diesem Umfeld traut man sich gar nicht mehr zu atmen bzw. setzt besser eine Atemmaske auf. Doch auch sie kann den Staub nicht zu 100 % abhalten, und so ist mein Taschentuch am Ende des Arbeitstages meistens schwarz.
Als Jesus Christus sein Kreuz auf den Hügel Golgatha trug, auf dem er hingerichtet werden sollte, begab er sich ebenfalls in eine tiefe Staubschicht. Zum einen gilt das wörtlich, wie wir gestern gesehen haben: Er war vom Staub und Dreck der Erde umgeben. Vollkommen schutzlos hing er dort.
Zum anderen gilt das aber auch im übertragenen Sinn: Jesus setzte sich dem Staub und Schmutz der gesamten Menschheit aus. Denn so, wie der Staub von Maschinen uns die Luft nimmt, die Sicht trübt und uns verunreinigt, geschieht das auch in unserem Leben: Durch Sorgen, Schuld, Leid oder Druck wird uns »der Atem geraubt«. Manchmal verschulden wir es selbst, manchmal andere - doch immer ist das Böse die Ursache.
Der oben stehende Bibelvers aus Psalm 22 spricht nun im Voraus davon, dass Jesus genau dafür ans Kreuz gegangen ist und die Leiden auf sich genommen hat. Er ging bis in den »Staub des Todes«. Denn er kennt unsere Schwäche, unsere Angst, unser Versagen. Doch wer auf Jesus Christus schaut, ihm glaubt und vertraut, bleibt nicht im Staub der Sünde liegen. Stattdessen findet er Vergebung und damit neue Hoffnung.

Wohin wenden Sie sich, wenn Sie »staubtrocken« sind, keine Kraft mehr haben und Hilfe brauchen?

Noch besser, als eine Maske filtert, schützt uns das Kreuz - nicht vor jeder Not, aber vor der Hoffnungslosigkeit.
