
Denn er wird den Nationen überliefert werden und wird verspottet und geschmäht und angespien werden.
Lukas 18,32

An meinen »unschönen Arbeitsplätzen« liegt meist sehr viel Dreck und Staub in der Luft. Dieser sammelt sich in meinem Mund, doch ich will ihn keinesfalls herunterschlucken. Um ihn dennoch loszuwerden, spucke ich ihn deshalb aus. In manchen Kulturen ist das Spucken auf den Boden nichts Ungewöhnliches. In Deutschland gilt es als eine schlechte Angewohnheit. Doch bei langem Aufenthalt in einem staubigen Raum ist das ziemlich schnell egal.
Anders sieht es natürlich aus, wenn es nicht mehr um das Loswerden von Staub geht, sondern um ein bewusstes Anspucken. Darum gilt dies als straffälliges Verhalten: Wer einen Menschen anspuckt, wird nach § 185 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe belegt. Spucken gilt zu Recht als etwas Ungehöriges.
Nachdem Jesus von Pilatus und dem gesamten Volk verurteilt worden war, wurde er nicht direkt auf den Hügel Golgatha gebracht, um gekreuzigt zu werden. Stattdessen nahmen ihn die Soldaten beiseite, zogen ihm ein besonderes Gewand an, setzten ihm eine Dornenkrone auf den Kopf und spuckten ihn an. Diese Misshandlung waren bereits 700 Jahre zuvor durch den Propheten Jesaja angekündigt worden: »Ich bot meinen Rücken den Schlagenden und meine Wangen den Raufenden, mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel« (Jesaja 50,6). Hatten die Menschen nichts Besseres für Jesus übrig?
Wenn jemand uns anspuckt, nimmt uns das jeden Respekt und jede Würde. Doch genau das hat Jesus erlebt. Er, der Sohn Gottes, wurde nicht geehrt, sondern verachtet, verspottet und sogar angespuckt. Der Dreck der Menschen landete auf dem, der vollkommen rein war. Er ließ es zu, dass Menschen ihn demütigten. Er ertrug die Verachtung, die eigentlich uns gilt - aus Liebe.

Gehen Sie respektvoll mit Jesus um?

Jesus versteht Sie, wenn Sie verletzt, beschämt oder gedemütigt sind.
