
Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort erregt Grimm.
Sprüche 15,1

»Gulaschgesicht«, »Alphakevin« oder »Intelligenzverweigerer« sind laut Umfragen Beispiele für aktuell gebräuchliche Schimpfwörter. Jeder Deutsche kennt durchschnittlich 50 davon, in den anderen untersuchten Sprachen waren es maximal 30 pro Person. Das hat ein Professor für Psychologie an der Humboldt-Universität in Berlin herausgefunden. Der Experte begründete seine Studienergebnisse mit einer Eigenart der deutschen Sprache: Im Deutschen kann man Wörter sehr gut zusammensetzen und neue Ausdrücke kreieren, was wir offenbar sehr gern und kreativ tun (swr3.de).
Gelegenheit zur Nutzung solcher Kraftausdrücke finden wir leicht: Im Auto z. B. lässt so mancher seinen ausdrucksstarken Dampf über die anderen Verkehrsteilnehmer ab. Und während eines handfesten Streits attackiert man sich gegenseitig verbal. Dabei verletzt man sein Gegenüber besonders schlimm, wenn die Ausdrücke vulgär werden. Die Hauptursache für das Schimpfen sind negative Emotionen wie Ärger oder Frust. Die innerliche Spannung findet in Beleidigungen ein Ventil. Doch dann gibt ein böses Wort das nächste.
Der Tagesvers liefert eine biblische Exit-Strategie: Statt die Attacke zu erwidern, kann man das Gegenüber durch eine »linde« Antwort entwaffnen. Doch ehrlich gesagt: Woher die Kraft nehmen, gegen Feindschaft Freundlichkeit zu setzen? Jesus Christus gibt uns hier ein wunderbares Beispiel: Als er auf das Übelste beleidigt wurde, gab er es nicht zurück. Und als er leiden musste, drohte er nicht mit Vergeltung, sondern überließ es Gott, ihm zum Recht zu verhelfen (vgl. 1Petr 2,23). Wer Gott sein Leben anvertraut, darf wissen, dass Gott sich seiner Sache annimmt. Das schenkt Gelassenheit. Und es gibt die Kraft, sogar die zu segnen, die mir mit Fluch begegnen.

Wie reagieren Sie auf Beleidigungen?

Feindesliebe ist ein Wesenszug Jesu.
