Samstag, 20. Februar 2027 (Tag der sozialen Gerechtigkeit)

Leitvers

Durch ihn wurden wir freigekauft - um den Preis seines Blutes -, und in ihm sind uns alle Vergehen vergeben.
Epheser 1,7

Beziehungen / Freundschaft

Leidet die Beziehung, wenn einer für alles zahlt?

»Einer zahlt alles - ist das gut für die Liebe?« Mit dieser Frage begann ein Artikel, in dem eine Finanzexpertin über Paare mit stark unterschiedlichen Einkommen berichtete. Ihre Beobachtung: Geld beeinflusst das Gleichgewicht einer Beziehung stärker, als wir zugeben möchten. Wer mehr verdient, bestimmt oft auch mehr. Doch wenn ein Partner dauerhaft alle Kosten trägt, fühlt sich der andere schnell abhängig, klein oder fremdbestimmt. Da sind Spannungen fast unvermeidlich.

Diese Analyse hat mich beschäftigt. Denn im Zentrum des Evangeliums steht genau das: Einer zahlt alles. Jesus Christus hat mit seinem Tod am Kreuz den Preis für unsere Sünden bezahlt, um uns freizukaufen. Das ist der größte Liebesbeweis der Weltgeschichte. Weil ich vor Gott mittellos bin, bin ich nicht in der Lage, selbst etwas beizutragen, auszugleichen oder zu bezahlen. Meine Schuld ist real - und ich könnte sie niemals selbst begleichen. Entsteht daraus nun ein Ungleichgewicht in meiner Beziehung zu Gott?

Ich würde sagen: Nein. Denn Jesus Christus hat freiwillig bezahlt. Dabei hat er nicht nur mehr, sondern alles gegeben: sein Leben, seine Liebe. Doch damit will er mich nicht kleinhalten, sondern aufrichten. Er will mich nicht ausnutzen, sondern mir eine tragfähige Beziehung schenken. Die Abhängigkeit von ihm ist keine Last, sondern ein Geschenk. Sie nimmt mir nicht die Würde, sondern gibt sie mir zurück. Christus hat bezahlt, damit ich leben kann. Er ruft mich in eine Beziehung, in der ich nicht Objekt, sondern Gegenüber bin - so, wie Gott es von Anfang an wollte. Weil Jesus aus Liebe alles zahlte, bleibt mir nur eines: dieses Geschenk anzunehmen. Wer das im Glauben tut, findet Freiheit von Schuld und neues, ewiges Leben.


Andreas Droese
Frage

Wo halte ich Gott noch auf Abstand, weil ich selbst »mitzahlen« möchte?

Tipp

Gnade beginnt dort, wo ich aufhöre, selbst etwas zu meiner Rettung beitragen zu wollen.

Bibellese
Epheser 2,1-10

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