Sonntag, 22. Januar 2017

Leitvers

Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden und sie werden ... alle Ärgernisse zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun; und sie werden sie in den Feuerofen werfen: da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
Matthäus 13,41-42

»Angeklagter weint vor Gericht«

»Angeklagter weint vor Gericht«

So oder ähnlich lauten die Schlagzeilen, wenn ein Angeklagter vor Gericht von seiner Schuld überwältigt wird. Und so habe ich es selbst als Richter schon oft erlebt: Anfänglich werden die Vorwürfe bestritten. Dann werden die Beweise erhoben, also Dokumente gesichtet, Zeugen verhört, etc. Nicht selten ist unter diesen das eigentliche Opfer der Tat. Wenn die Wahrheit dann offenbar ist, gilt keine Ausrede mehr. Natürlich gibt es solche, die allen gegen sie sprechenden Beweisen zum Trotz auch nach dem Urteil noch beharrlich jede Verantwortung von sich weisen, weil ihr Stolz kein Einsehen ermöglicht. Allerdings gibt es eben auch die, die – unausweichlich mit der Realität konfrontiert – ihr Scheitern einsehen. In Ansehung ihrer Tat brechen die letzten inneren Widerstände, und die Tränen beginnen zu laufen.
Die Bibel kennt diese Trauer über das eigene Versagen sehr gut. Und sie ist aus Gottes Sicht genau die angemessene Reaktion auf die Erkenntnis der eigenen Schuld gegenüber dem Mitmenschen und gegenüber Gott. Doch die gute Nachricht ist: Mit dieser Erkenntnis ist nicht alles zu Ende. Wer von seiner Schuld überführt wird, sie bekennt und sich damit an Gott wendet, der darf wissen, dass Gott auch die größte Lebensschuld vergibt. Dann ist diese Trauer, so schmerzhaft sie sein mag, wie die Geburtswehen zu einem neuen, versöhnten Leben mit Gott. Allerdings macht der Tagesvers deutlich, dass man mit all seinen Tränen und seiner Trauer über sein Versagen auch zu spät kommen kann: Wer sich seiner Verantwortung vor Gott in diesem Leben immer wieder verschließt, der hat in der Ewigkeit unendliche Gelegenheit, seine Lebensschuld zu betrauern, allerdings ohne Chance auf ein Happy End.

Markus Majonica
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Frage
Warum hat man den Stolz die gefährlichste Sünde genannt?
Tipp
Gott kennt uns besser als wir selbst, darum hilft bei ihm kein Versteckspielen mehr.
Bibellese
Lukas 23,32-43

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