Sonntag, 23. Mai 2027 (Tag des Grundgesetzes)

Leitvers

Durch das Befolgen von Gesetzesvorschriften steht kein Mensch vor Gott gerecht da. Das Gesetz führt vielmehr dazu, dass man seine Sünde erkennt.
Römer 3,20

Gesellschaft und Zusammenleben

Gesetz und Freiheit

Der Historiker Tacitus (ca. 58-120 n. Chr.) brachte es mit einem seiner bekanntesten Zitate auf den Punkt: »Im verdorbensten Staat gibt es die meisten Gesetze.« Das bedeutet, dass ein Staat, der alles Mögliche durch Gesetze regelt, anders nicht in der Lage ist, ein moralisch gerechtes Zusammenleben der Menschen zu gewährleisten. Gesetze definieren, was richtig und was falsch ist. Sie schränken die Freiheit, aber auch die Bosheit der Menschen ein. Wir brauchen sie für Ordnung, Orientierung und Zurechtweisung. Ohne sie wäre kein funktionierender Staat möglich.

Gott gab seinem Volk Israel die sogenannten Zehn Gebote und weitere Vorschriften und Gesetze. Sie dienten als Leitfaden für ein gerechtes Leben, als Regelwerk für Alltag und Gottesdienst. Gott ließ dadurch erkennen, wie hoch sein moralischer Anspruch und wie unerreichbar es ist, Gottes Gerechtigkeit zu erfüllen. Denn das Gesetz offenbart, wie verdorben und böse jeder Mensch ist (Römer 3,12); es führt zu der Erkenntnis, dass wir alle Gottes Gnade brauchen. Somit ist Tacitus’ Umkehrschluss stimmig.

Im Volk Israel hat keiner die Gesetze in Perfektion eingehalten, genauso wenig wie in modernen Gesellschaften. Wir suchen doch das kleinste Hintertürchen. Aus dieser Verdorbenheit möchte uns Jesus Christus befreien. Er ist der einzig sündlose Mensch, der jemals auf dieser Erde gelebt hat. Wenn wir seinen stellvertretenden Opfertod für uns in Anspruch nehmen, sind wir davon befreit, das Gesetz erfüllen zu müssen. Das bedeutet: Jeder, der begnadigt und frei sein will, muss Jesus die Herrschaft über sein Leben geben und seine Sünde bekennen. So kann und will Jesus vergeben, weil er die Sünde besiegt und die Schuld beglichen hat.


Daniela Bernhard
Frage

Wie würde ein Staat ohne Gesetze aussehen?

Tipp

Das Gesetz Christi besteht im Wesentlichen aus nur zwei Geboten (Matthäus 22,37-40).

Bibellese
Galater 3,17-26

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