Mittwoch, 23. November 2016

Leitvers

Der HERR, Gott, ist Sonne und Schild; Gnade und Herrlichkeit wird der HERR geben, kein Gutes vorenthalten denen, die in Lauterkeit wandeln.
Psalm 84,12

Alltag

Selbstüberschätzung

Als ich fünf Jahre alt war, schenkte mir jemand ein »Tuthorn«. Darin befanden sich ein oder zwei Stimmen, wie sie in Mundharmonikas sind. Wenn man hineinblies, begannen sie zu klingen. Ich lief damit auf der Strandpromenade von Wyk auf Föhr entlang und blies. Draußen auf der Nordsee war dichter Nebel. Plötzlich erdröhnte von ganz nah das Nebelhorn eines Schiffes, und ich bekam schreckliche Angst, durch mein Blasen das Schiff auf den Strand, anstatt in den Hafen gelockt zu haben. Höchstwahrscheinlich war mein Tuten auf dem Schiff gar nicht zu hören; aber die völlig falsche Vorstellung von meiner Bedeutsamkeit jagte mir große Schrecken ein.
So geht es vielen Menschen, weil sie sich einerseits zu wichtig nehmen und andererseits merken, wie ohnmächtig sie sind. Es kann nämlich große Ängste erzeugen, wenn wir verstehen, dass uns, um etwas wirklich bleibend Gutes zu schaffen, meistens die Kräfte und der Durchblick für den rechten Weg dorthin fehlen.
Das wird erst anders werden, wenn wir wirklich begreifen, was der heutige Tagesvers sagt: Nicht wir sind die Sonnen, um die sich alles zu drehen hat, sondern nur der allmächtige Gott. Wenn uns klar wird, dass er es ist, der uns auf eine von ihm bestimmte, sichere Umlaufbahn gebracht hat, können wir es leicht ertragen, bedeutsam oder auch ganz unbedeutend zu sein. Welchen Dienst wir dann ausüben und welche Stellung wir einnehmen, bestimmt er, und wir können sicher sein, dass dann etwas dabei herauskommt, was Dauer hat und was Gott und Menschen Freude macht.
Wir müssen uns nur ganz und gar und täglich immer wieder seiner Anziehungskraft und seinen Strahlen aussetzen.

Hermann Grabe
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Frage
Wer steht bei Ihnen im Zentrum aller Überlegungen?
Tipp
Diese Stellung sollte man dem überlassen, der allein damit umgehen kann.
Bibellese
Psalm 84

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