Samstag, 25. September 2027

Leitvers

HERR, du durchschaust mich, du kennst mich durch und durch.
Psalm 139,1

Bibel

»Das bin nicht ich!«

Künstler, die Porträts von lebenden Politikern malen, haben keinen leichten Job. Donald Trump empfand sein Bild im Colorado State Capitol als »absichtlich verzerrt«, Königin Elisabeth II. bezeichnete ein Gemälde von sich als »deformiert«. Ein Schweizer Politiker sagte zu seinem Maler: »Das bin nicht ich!« Statt »jung, modern und frisch« sehe er einen hilflosen, verzweifelten Mann.

Ein Porträtmaler versucht, das Charakteristische eines Menschen sichtbar zu machen. Doch nicht immer stimmt dieses Bild damit überein, wie der Dargestellte sich selbst sieht oder gern gesehen werden möchte.

Ein ähnliches Gefühl beschleicht mich manchmal beim Lesen der Bibel. Nicht alles, was ich dort über mich erfahre, gefällt mir. Manches passt so gar nicht zu dem Bild, das ich von mir habe. Ich soll ein Sünder sein, der an Gott und an seinen Mitmenschen schuldig geworden ist? Ein Mensch, der immer wieder auf Gnade und Vergebung angewiesen ist?

»Troppo vero!« - »Zu wahr!« -, soll Papst Innozenz X. ausgerufen haben, als er zum ersten Mal das Porträt sah, das Diego Velázquez von ihm gemalt hatte und das ihn als strengen, unnahbaren Mann zeigte.

Gut, wenn wir anerkennen, dass auch das Bild, das die Bibel von uns zeichnet, nur allzu wahr ist. Der Höchste schmeichelt uns nicht. Doch sein Wort spiegelt uns nicht nur unseren momentanen Zustand, sondern zeigt uns auch, wie es weitergehen kann. Wie wir Vergebung bekommen und in einer Beziehung zu ihm leben können, die uns verändert. Gott möchte an uns arbeiten und uns immer mehr seinem geliebten Sohn Jesus Christus ähnlich machen. Veränderung ist möglich! Das macht mir Mut. Darum will ich mich immer wieder der biblischen Wahrheit über mich stellen, selbst wenn das zunächst unbequem sein mag.


Elisabeth Weise
Frage

Wenn unser Selbstbild und Gottes Urteil auseinandergehen - wem glauben wir?

Tipp

Gottes Blick auf uns ist wahr und zugleich voller Liebe.

Bibellese
Jakobus 1,22-25

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