Donnerstag, 26. September 2013

Leitvers

Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal siebenmal!
Matthäus 18,22

Vaterunser (8): … wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Vaterunser (8): … wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Im ersten Teil dieses Verses aus dem »Vaterunser« haben wir gesehen, das Gott Menschen vergibt. Vergebung ist dabei naturgemäß unverdient. Niemand hat Gottes Vergebung verdient. Aber Gott stellt jemandem, der seine Schuld erkennt, bekennt und sich an ihn um Hilfe wendet, nicht Strafe in Aussicht, sondern Gnade.
Damit sind wir bei dem heutigen Teil des »Vaterunser« angelangt: Das »wie auch wir« macht klar, dass der Mensch, der bei Gott Vergebung gefunden hat, genau so gegenüber seinem Mitmenschen handeln soll. Statt meinem Nächsten auf der Basis des Rechts zu begegnen, soll ich ihm Gnade beweisen. Das kann sich in vielerlei Gestalt äußern: Im Umgang mit meinem Nachbarn kann ich rigoros die Regeln des Nachbarrechts durchsetzen. Was dann manchmal an der »Maschendrahtzaunfront« passiert, wurde sogar schon besungen. Aber Frieden entsteht so nicht. Ich kann auch - komme, was da wolle - auf meinem Vorfahrtsrecht bestehen. Der Sicherheit des Straßenverkehrs ist das nicht immer zuträglich. Im jahrzehntealten Familienstreit kann ich immer wieder ins Feld führen, was der und der Weihnachten 1998 Schlimmes gesagt hat. Zur Lösung des Konflikts führt das keinesfalls. Auch wenn ich mich objektiv im Recht befinde und mein Nächster an mir wirklich schuldig wird, habe ich zwei Möglichkeiten: mein Recht um jeden Preis durchzusetzen oder Gnade walten zu lassen.
Je mehr ein Mensch sich aber selbst kennenlernt und erkennt, wie groß der Berg seiner Schuld ist, den Gott ins Meer der Vergebung geworfen hat, desto leichter wird es ihm fallen, die häufig belanglosen Vergehen des anderen zu vergeben. Und erst wenn ich freigebe, werde ich selbst frei!

Markus Majonica
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Welche Kette müssten Sie loslassen?
Tipp
Die Bibel sagt, man solle über seinen Zorn nicht die Sonne untergehen lassen.
Bibellese
Epheser 4,25-29

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