Freitag, 27. März 2009

Leitvers

Ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt.
Römer 7,18

Ist der Mensch gut?

Ist der Mensch gut?

Heute vor 100 Jahren wurde in München der Historiker Golo Mann (1909-1994) geboren. Als Sohn eines noch berühmteren Vaters, des Schriftstellers Thomas Mann, dessen Werke weltweit gelesen werden, besaß auch er bei aller Wissenschaftlichkeit die Fähigkeit, sich in seinen Werken durch die Kunst des Erzählens auszuzeichnen.
Golo Mann will die Menschen aus ihrer Zeit heraus verstehen, auch wenn ihre Beweggründe nicht mehr die unsrigen sind. Die aufklärerische Vorstellung, dass der Mensch von Natur aus gut sei, ist für ihn von der Geschichte nie bestätigt worden. »Das Christentum, immer realistisch, hat diese Dinge besser gewusst.« Da der innerste Trieb des Menschen Selbstbestätigung sei, lasse ihn der Besitz der Macht viel Böses tun.
»Verfolgungen sind für den Verfolger mit einem tiefen Vergnügen verbunden.« Wie schon sein Vater ist auch Golo Mann, der Enkel eines jüdischen Großvaters, jeder Form des Antisemitismus entgegengetreten. Zwar könne der Mensch seine Fähigkeiten zum Guten gebrauchen, aber gerade die Geschichte der Judenfeindschaft zeigt, dass er sie sehr oft zum Bösen gebraucht, was für Golo Mann die aus der Bibel herrührende christliche Erkenntnis bestätigt.
Wirklich hat schon Paulus unter dieser Erkenntnis geseufzt, wie unser obiger Bibelvers zeigt. Wenn wir jedoch durch Jesus Christus in ein rechtes Verhältnis zu Gott gebracht sind, vermögen wir auch dort zu lieben, wo uns weder Sympathie noch Liebe entgegenschlägt. Die Einsicht in unser selbstverschuldetes Verlorensein vor Gott und in das ewige Heil, das er uns durch Christus schenkt, wird uns auch das Verderbliche unseres Triebes zur Selbstbestätigung erkennen lassen.

Gerhard Jordy


Frage
Setzen Sie Ihre Hoffnung auf das Gute im Menschen?
Tipp
Die Einsicht in das Böse im Menschen ist zwar ernüchternd, aber auch heilsam, wenn wir wie Paulus begreifen, dass nur Christus uns davon erlösen kann.
Bibellese
Römer 7,18-25

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