Freitag, 28. März 2003

Leitvers

Er war … zerschlagen um unserer Sünden willen.
Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden,
und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.

Jesaja 53,5

Der Sündenbock

Der Sündenbock

»Kauft nicht bei Juden!« hieß es plötzlich heute vor 70 Jahren auf vielen Plakaten in Deutschland. Ganz so »plötzlich« geschah das allerdings nicht. Hitler hatte schon lange gegen die Juden, der »Rassentuberkulose der Menschheit«, wie er sie nannte, gehetzt. Auch war er nicht der erste Judenfeind. Schon seit 1700 Jahren verfolgten die sog. »christlichen Völker« Europas die von ihnen als »Mörder Christi« Bezeichneten. Für alle Unzufriedenheit mit der eigenen, häufig schlechten wirtschaftlichen Situation machte man sie haftbar. Die Mächtigen lenkten gern Wut, Hass und Neid der unzufriedenen Massen gegen jene Außenseiter, um vom eigenen Versagen abzulenken. Immer wieder wurden die Juden dafür zum »Sündenbock« gemacht. Einst war in biblischer Zeit der Sündenbock jenes symbolträchtige Tier gewesen, auf das Israel vor Gott seine Sünden abladen durfte. Nun war es selbst zum Sündenbock geworden. Und Hitler führte die Judenverfolgung einem neuen, schrecklichen Höhepunkt entgegen. Mit dem Judenboykott am 28. März 1933 begann es und in den Gaskammern endete jene Orgie des Hasses, deren sich die Deutschen noch heute schämen müssen.
»Sündenbock«-Denken ist typisch für den Menschen, der für alles Leid der Welt und auch für seine eigene Schuld die Begründung gern bei anderen sucht. Doch dieses Verhalten ist unlogisch, nutzlos und ruft nur erneut Unfrieden hervor. Wir müssen lernen, uns zu unserem Fehlverhalten, zu unserer Schuld zu bekennen. Dann zeigt uns Gott, dass er sich in Jesus Christus selbst zu unserem Sündenbock gemacht hat, indem der Sohn Gottes am Kreuz unsere Schuld sühnte. Wer dies im Glauben erfasst, hat es nicht mehr nötig, seine Mitmenschen zum Sündenbock zu machen.

Gerhard Jordy


Frage
Welchen Sündenbock bevorzugen Sie für Ihre Mängel? Eltern, Lehrer, Kollegen, den Ehepartner?
Tipp
Lesen Sie zu diesem Thema 1. Korinther 5,21 in Verbindung mit Jesaja 53!
Bibellese
Jesaja 53; 2. Korinther 5,21

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