Sonntag, 28. April 2002

Leitvers

Der HERR aber sprach: Gesehen habe ich das Elend meines Volkes
in Ägypten, und sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich gehört;
ja, ich kenne seine Schmerzen.

2. Mose 3,7

Rein menschliche Gefühlsregungen?

Rein menschliche Gefühlsregungen?

»Lieber Gott, wie geht es dir eigentlich?« Solche oder ähnlich formulierte Fragen würden wohl die wenigsten wagen sich zu stellen. Höchstens Kindern legt man solche Äußerungen manchmal in den Mund. Wenn wir Erwachsenen überhaupt Fragen an Gott haben, werden sie eher so formuliert: »Gott, wo bist du?« »Gott, warum lässt du das zu?« Viele unserer Zeitgenossen haben mittlerweile ihren Gesprächsstoff mit dem Allmächtigen auf das »Oh-Gott-oh-Gott!« reduziert.
Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, wer oder wie Gott eigentlich ist? Können wir uns vorstellen, dass der große Unsichtbare auch so etwas wie Gefühle und Empfindungen hat? Im Schöpfungsbericht (1. Mose 1) wird uns vorgestellt, dass Gott den Menschen »in seinem Bilde« schuf. D.h. alles, was unser Leben ausmacht – ausgenommen die Sünde – hat Gott von sich selbst in uns hineingelegt. Menschliche Gefühlsregungen wie Liebe, Freude, Mitleid, aber auch das Empfinden für Gerechtigkeit, Zorn und auch Hass; wo kommen sie her? All das kommt von Gott! Wir müssten uns eigentlich fragen, ob die Formulierung »menschliche Gefühlsregungen« so treffend ist. Auf jeden Fall dürfen wir annehmen, dass der Schöpfer genau so empfindet wie wir. Manchmal formuliere ich im Gespräch mit anderen etwas überspitzt: »Gott ist auch nur ein Mensch.« Natürlich meine ich das nicht buchstäblich so, es soll aber zum Ausdruck bringen, dass er unser Gemüt und all unsere Gefühle kennt. Das ist für uns sehr tröstlich. Und ich meine, diese Einsicht mindert keinesfalls unsere Ehrfurcht und den Gott gebührenden Respekt.

Andreas Möck


Frage
Gott möchte die Niedergeschlagenen trösten. Wie kann jemand trösten, der selbst keine Trauer und Schmerzen kennt?
Tipp
Wie gewaltig, dass Gott in Christus selbst Mensch wurde. Mehr konnte er nicht tun, um zu zeigen, wie sehr er uns versteht!
Bibellese
2. Mose 3,1-12

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