Dienstag, 28. Mai 2002

Leitvers

Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten staatlichen Mächten;
denn es ist keine staatliche Macht außer von Gott,
und die bestehenden sind von Gott verordnet.

Römer 13,1-2

Sei auf der Hut!

Sei auf der Hut!

19 Jahre ist er alt – »volljährig«, aber nicht »erwachsen«. Das zeigt sich, als er es unternimmt, im Alleingang die zweitgrößte militärische Macht der Welt wie einen Tanzbären an der Nase umherzuführen. 15 Jahre ist es heute her, dass Sportflieger Matthias Rust aus Wedel am Mittag mit einer einmotorigen Cessna 172 in Helsinki startet. Offizielles Ziel des Fluges ist Stockholm.
Bei der Flugleitung in Helsinki scheint sich niemand über die Zusatztanks zu wundern, mit denen Rust das kleine Flugzeug versehen hat. Denn der jugendliche Flieger träumt von einem größeren Ziel – er nennt es einen »Friedensflug«. Kurz nach dem Start dreht er mit der 160 PS starken, 222 Km/h schnellen Maschine nach Osten ab und dringt bei der estnischen Stadt Kokhutla-Järve in den damals noch sowjetischen Luftraum ein. Unbehelligt durchfliegt er 800 Kilometer des angeblich am schärfsten überwachten Luftraums der Welt und landet um 19.30 Uhr auf dem Roten Platz im Herzen von Moskau – direkt vor dem Kreml. Bis die russischen Milizionäre eintreffen, verteilt er Autogramme an Touristen. Bilanz des sensationellen Fluges ausgerechnet am »Tag der sowjetischen Grenzsoldaten«: Anklage wegen Rowdytums, Verletzung der Grenze und der Flugregeln. Er wird zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt, aber nach einem Jahr begnadigt.
Unsere Empfindungen für den jugendlichen Provokateur sind gespalten. Wir bewundern den Mut, mit dem sich Rust der Weltmacht entgegenstellt, sehen aber auch den tollkühnen Rechtsbruch. Christen haben sich der Obrigkeit nur zu widersetzen, wenn diese etwas Böses von ihnen fordert, sonst haben sie weder das Recht noch Gott auf ihrer Seite.

Peter Schäfer von Reetnitz


Frage
Ist Haschen nach Aufmerksamkeit auch ein Motiv meines Handelns?
Tipp
Erweist allen Ehre; liebt die Bruderschaft; fürchtet Gott; ehrt den König (1. Petrus 2,17).
Bibellese
Römer 13,1-10

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