Sonntag, 29. Januar 2017

Leitvers

Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes.
Römer 3,22-23

Im Stuhlkreis

Im Stuhlkreis

Haben Sie auch schon in einem »Stuhlkreis« gesessen? Häufig geschieht das bei Elternabenden in Kindergärten. Dann sitzen die Eltern – wie sonst ihre Kinder – in großer Runde. Oft wird diese Sitzordnung auch bei Workshops eingesetzt, damit man offen reden kann.
Der bemerkenswerteste Stuhlkreis, in dem ich jemals Platz genommen habe, fand allerdings nicht in einer Kita statt, sondern in einer Justizvollzugsanstalt. Während ich als Richter dort hospitierte, nahm mich der Anstaltspsychologe eines Tages mit zu einer Gesprächssitzung mit Menschen, die eine ganze Menge auf dem Kerbholz hatten.
Und nun saß ich da, als Richter zwischen Schwerverbrechern. Manche meiner Sitznachbarn empfanden das als seltsam und befremdlich. Mir ging es genauso. Irgendwie, so dachte ich spontan, gehöre ich ja gar nicht hierher. Normalerweise ist es doch meine Aufgabe, Straftäter zu verurteilen.
In Gerichtssälen herrscht eine klare Trennung zwischen Angeklagten und Richtern. Doch diese klare Trennung war hier aufgehoben. Und tatsächlich musste ich daran denken, dass aus Gottes Sicht der Unterschied zwischen mir und den um mich sitzenden, offiziell verurteilten Insassen gar nicht so groß war. Im Lichte von Gottes Gerechtigkeit bin ich nämlich genauso verurteilenswert wie diejenigen, die sich nach irdischer Justiz strafbar gemacht haben. Denn Gott sieht auf das Herz – nicht nur auf die äußeren Taten. Und was verbirgt sich auch in meinem Herzen an Aggression, Gewalt, Fantasien, Wünschen und Begierden, die er nicht entschuldigt! Für ihn ist die innere Rebellion das Gleiche wie die äußere. Daher besteht auch für mich, genauso wie für jeden »normalen« Bürger, ein Schuldproblem, das gelöst werden muss.

Markus Majonica
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Frage
Wie würden Sie sich in einem solchen Stuhlkreis fühlen?
Tipp
Jesus Christus hat auch Ihr Schuldproblem gelöst.
Bibellese
Römer 8,1-11

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